Spaniens größter Baukonzern: ACS – vom Hochtief-Retter zum Aufkäufer

Spaniens größter Baukonzern
ACS – vom Hochtief-Retter zum Aufkäufer

Der spanische Bauriese ACS (Actividades de Construcción y Servicios, SA) galt einst als Retter von Hochtief vor Finanzinvestoren. Doch jetzt peilt der Konzern die immer wieder dementierte Übernahme des Essener Unternehmens an.
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ang/HB MADRID. ACS ist 1997 durch die Fusion von zwei kleineren Konzernen entstanden, die ihrerseits aus einer Serie von Firmenzusammenschlüssen hervorgegangen waren.

Schon bald nach der Gründung stieg die - vom schillernden Präsidenten des Fußballclubs Real Madrid, Florentino Pérez, geführte - Unternehmensgruppe durch weitere Übernahmen innerhalb weniger Jahre zum Branchenprimus in Spanien und zur Nummer vier der europäischen Baukonzerne auf. Der Konzern mit Sitz in Madrid erzielte 2009 einen Umsatz von 15,6 Mrd. Euro und beschäftigt weltweit über 142 000 Mitarbeiter.

ACS weitete seine Aktivitäten in den vergangenen Jahren auf andere Sektoren wie die Energiewirtschaft oder das Recycling von Abfällen aus. Die Bauwirtschaft macht nicht einmal mehr die Hälfte des Umsatzes der Gruppe aus.

Hinter dem Bauriesen steht der Milliardär Florentino Pérez, der nach 2000 bis 2006 bereits zum zweiten Mal Präsident bei Real Madrid ist. Er war der einzige Kandidat, der die für den Posten obligatorische Garantie von 60 Mio. Euro beibringen konnte. Der 62-Jährige tritt stets konservativ und etwas steif auf, im dunklen Anzug mit dunkler Krawatte, hellem Hemd und randloser Brille. Der knallharte Geschäftsmann ist ausgebildeter Straßenbauingenieur.

Das Bau- und Immobiliengeschäft ist eng verwandt mit dem Fußballbusiness, zumindest wenn man es so betreibt wie Pérez. Ein Mann, der kauft und mit Gewinn wieder verkauft, der hoch pokert und dabei mehrmals fast auf die Nase gefallen wäre. Dessen mächtiges Netzwerk an der Spitze der spanischen Politik- und Finanzwelt ihm immer wieder aus der Patsche hilft.

Dank seiner Kontakte zu konservativen Politikern gelang es ihm kurz nach der Jahrtausendwende, das Grundstück von Real Madrid zu Bauland deklarieren zu lassen. Auf dem Gelände wurden die "Cuatro Torres", die vier emblematischen Bürotürme hochgezogen, die heute das Stadtbild prägen.Selbstverständlich war auch ACS am Bau der Türme beteiligt, ebenso wie an der Konstruktion des neuen, gigantischen Trainingsgeländes in Valdebebas nördlich von Madrid.

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