Spaniens Regierung lenkt ein
Eon bei Endesa vor dem Ziel

Die Chancen des Energieversorgers Eon auf eine Übernahme des spanischen Konkurrenten Endesa haben sich weiter verbessert. Die spanische Regierung erklärte sich am Mittwoch abend offiziell bereit, die Auflagen für Eon zu lockern.

BRÜSSEL. Eon-Chef Wulf Bernotat äußerte sich optimistisch, dass die Übernahme gelingen werde. Er sei angesichts der jüngsten Entwicklung „sehr, sehr zuversichtlich“, sagte Bernotat dem Wirtschaftsmagazin „Capital“.

Die EU-Kommission macht seit Wochen Druck auf Spanien, die Auflagen für Eon zu ändern, weil sie diese für rechtswidrig hält. Das spanische Industrieministerium erklärte sich dazu in einer Antwort auf die Vorwürfe bereit. So könnte zum Beispiel der Eon auferlegte Verkauf von Atom- und Kohlekraftwerken Endesas „überdacht“ werden, teilte Industrieminister Joan Clos in einer Presseerklärung mit. Bedingung sei allerdings, dass die Versorgungssicherheit in Spanien gewährleistet bleibe.

Clos bot der EU-Kommission Gespräche darüber an, wie die Auflagen gelockert werden. Spanien wolle sich dabei so weit wie möglich an EU-Recht halten. Wirtschaftsminister Pedro Solbes sagte, er rechne damit, dass die Bedenken Brüssels und die Beschwerde von Eon gegen die Auflagen bis Ende September oder Anfang Oktober ausgeräumt sein könnten.

Eon will Endesa für 27 Mrd. Euro übernehmen und damit zum größten Energieversorger Europas aufsteigen. Die Regierung in Madrid hatte zunächst einem konkurrierenden Gebot des spanischen Versorgers Gas Natural für Endesa den Vorzug gegeben, um einen nationalen Energiechampion zu bilden. Um Eon die Übernahmepläne zu verleiden, verfügte die spanische Energieaufsicht CNE im Juli 19 Auflagen. Ihnen zufolge müsste der Düsseldorfer Konzern ein Drittel des Geschäfts von Endesa wieder abstoßen.

Bereits vergangene Woche hatte Spaniens Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero ein Einlenken seiner Regierung und ein „Happy End“ für Eon in Aussicht gestellt. Die Äußerungen seines Industrieministers Clos geben jetzt Hinweise auf die Strategie, mit der Spanien den Streit beilegen und zugleich seine energiepolitischen Interessen wahren will. So ist Madrid offenbar bereit, den Einwänden der EU-Kommission gegen die Auflagen formal Rechnung zu tragen. Damit würde Spanien einer imageschädigenden Anklage vor dem Europäischen Gerichtshof entgehen.

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