Spanische Autobahnen
Hochtief vor der Milliardenschlacht

Im Ringen um den Autobahnbetreiber Abertis scheint alles auf einen Bieterstreit hinauszulaufen. 16,5 Milliarden Euro sind geboten. Jetzt könnte die spanische ACS nachziehen – dank ihrer deutschen Tochter Hochtief.
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Düsseldorf/MadridDie Entscheidung über den Milliardendeal rückt näher: Bereits in der kommende Woche könnte der deutsche Bauriese Hochtief im Auftrag seiner spanischen Mutter ACS für den spanischen Mautbetreiber Abertis bieten. Am Mittwoch will der Aufsichtsrat von Hochtief über ein Angebot für Abertis entscheiden. Eine Offerte könnte bereits am Donnerstag folgen. Offiziell äußern wollen sich ACS und Hochtief dazu bisher nicht.

Doch die Zeit drängt, denn an dem Kauf von Abertis ist auch der italienische Infrastrukturkonzern Atlantis interessiert – er hat bereits eine Offerte über 16,5 Milliarden Euro abgegeben. Nun könnte das Gegenangebot folgen. Das Problem: Der Deal würde in Summe mehr als 30 Milliarden Euro kosten. 17 Milliarden für die Gegenofferte und 15 Milliarden Euro für die Übernahme der Schulden von Abertis, heißt es in Finanzkreisen. Doch das Geld hat ACS nicht. Deshalb könnte das Geschäft über die Essener Tochter Hochtief abgewickelt werden.

Zwar hat Hochtief, obwohl finanziell gut dastehend, das Geld auch nicht. Aber mit Hilfe einer Kapitalerhöhung bei der deutschen Tochter könnte ACS den Deal vielleicht doch noch stemmen. Bis zu sieben Milliarden will ACS daher über eine Kapitalerhöhung bei Hochtief einsammeln und so einen großen Teil der Kaufsumme – im Gespräch sind 40 Prozent – für Abertis mit Aktien bezahlen. Die Nachrichtenagentur Reuters hatte berichtet, das je zur Hälfe in bar und in Aktien gezahlt werden soll. Bisher hält ACS knapp 72 Prozent an Hochtief. Auch bei einer Finanzierung über Aktienverkäufe bliebe der spanische Konzern größter Anteilseigner.

Allerdings braucht ACS auch noch die Unterstützung von Fonds, um die Gegenofferte für Abertis zu unterbreiten. Die haben sich nach Angaben der spanischen Wirtschaftszeitung „Cinco Días“ aber noch nicht zu einem Go durchgerungen.

Ganz gleich, wie die Finanzierung aussähe: „Für Hochtief ergäben sich durch den Kauf keine offensichtlichen Synergien“, sagte ein Analyst. Abertis unterhalte in Deutschland keine nennenswerten Bauaktivitäten – Hochtief habe keine Aktivitäten als Autobahnbetreiber.

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Hochtief vor der Milliardenschlacht

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Analyst: Für ACS ein cleverer Deal

Kommentare zu " Spanische Autobahnen: Hochtief vor der Milliardenschlacht"

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  • Herr Carlos Santos13.10.2017, 15:01 Uhr
    SPANISCHE AUTOBAHNEN
    Hochtief vor der Milliardenschlacht
    von:
    Maike FreundSandra Louven
    Datum:
    13.10.2017 13:50 Uhr

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    Gleichgültig welche Kaufsumme und wer es erwerben wird :

    ES WIRD EINEN ENORMEN VERLUST GESCHÄFT WERDEN !

    Der KLIMAWANDEL hat keiner der Käufer in seine Kalkulationen einkalkuliert !!!

    Und es wird dann enorme Strassenschäden bringen !

    Und dazu bewegt sich in Europa der Konflikte immer weniger Verkehr !

    Und kommt es zu Unruhen dann bewegt sich gar nichts mehr , aber die Instandhaltungskosten laufen sich dann zusammen und häufen neue Schuldenberge !!!

    Viel Spaß und Viel Glück !
    Freitag der 13ter ein Glückstag für den Kaufinteressenten der zuerst mein Kommentar gelesen hatte ! :-)))



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