Spanische Regierung hat zurückgesteckt
Eon würde Endesa zu weichgespülten Auflagen übernehmen

Deutschlands größter Energieversorger Eon akzeptiert die Auflagen, die die spanischen Regierung für den Fall der Übernahme des Konkurrenten Endesa gemacht hat. Das ist allerdings auch nicht weiter verwunderlich, sind die Bedingungen doch deutlich harmloser als in der ursprünglichen Version.

HB DÜSSELDORF. „Die deutlich abgemilderten Auflagen sind nun akzeptabel für uns. Auf dem Weg zu unserem Einstieg in den spanische Energiemarkt ist diese Entscheidung ein wichtiger Meilenstein“, sagte Eon-Chef Wulf Bernotat am Montag in Düsseldorf.

Das spanische Innenministerium hatte am Wochenende nach scharfen Protesten der EU die Auflagen der spanischen Energieaufsichtsbehörde CNE für die geplante Übernahme drastisch zusammengestrichen. Von 19 Auflagen blieben lediglich 2 übrig: Im Falle einer Übernahme Eons durch einen Dritten müsse der Konzern Endesa wieder verkaufen; zudem müsse Eon die gegenwärtigen Investitionspläne von Endesa übernehmen.

Besonders wichtig für Eon: Alle Forderungen der CNE nach einem Verkauf von Unternehmensteilen wurden gestrichen. Ursprünglich hatte die spanische Behörde für den Fall einer Übernahme den Verkauf mehrerer Kohle- und Atomkraftwerke sowie lukrativer Netze auf den spanischen Inseln gefordert.

Der Düsseldorfer Stromkonzern betonte, er akzeptiere die nun vorliegende Entscheidung der spanischen Regierung und erwarte nun eine zügige Freigabe seines Übernahmeangebots durch die spanische Börsenaufsicht. Eon will noch in dieser Woche die Unterlagen einreichen, um von der Börsenaufsicht die Freigabe seines Angebots zu erhalten.

Ein Erfolg des zuletzt auf 37 Mrd. Euro erhöhten Kaufangebotes von Eon ist aber auch nach den Zugeständnissen der spanischen Regierung noch lange nicht sicher. Vor allem der Einstieg des spanischen Mischkonzerns Acciona bei Endesa droht zum Stolperstein für den deutschen Energieriesen zu werden. Denn Acciona hat sich inzwischen bereits rund 20 Prozent der Endesa-Anteile gesichert und damit die angestrebten Kontrolle durch Eon deutlich erschwert.

Dennoch zeigte sich Eon-Chef Bernotat am Montag optimistisch. „Wir sind unverändert zuversichtlich, die Transaktion erfolgreich abschließen zu können“, sagte er. Durch die Übernahme von Endesa werde Eon seine führende Position im weltweiten Strom- und Gasgeschäft weiter ausbauen.

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