Spanischer Versorger
Iberdrola trotzt Schwäche auf Heimatmarkt

In Spanien sinkt die Stromnachfrage, doch im Schwellenland Brasilien steigt sie. Davon profitiert der spanische Versorger Iberdrola. Dank seines Auslandsgeschäfts konnte er die Schwäche am Heimatmarkt ausgleichen.
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MadridMit einem florierenden Auslandsgeschäft hat der spanische Energieriese Iberdrola Einbußen wegen der heimischen Wirtschaftsflaute ausgleichen können. Im ersten Quartal stieg der Überschuss im Vergleich zum Vorjahr - wie vom Markt erwartet - um 0,7 Prozent auf eine Milliarde Euro, wie Iberdrola am Donnerstag mitteilte. Operativ legte der Gewinn um 4,1 Prozent auf 2,4 Milliarden Euro zu.

Dabei profitierte das Unternehmen vor allem von Zuwächsen im boomenden Schwellenland Brasilien. In Spanien sank dagegen die Stromnachfrage um knapp ein Prozent, weil die Verbraucher und der Staat im Zuge der Schuldenkrise auch mit Energie sparsamer umgingen. Die Stromerzeugung aus Wasserkraft sei im Heimatmarkt sogar um 62 Prozent gefallen.

Wegen der schwachen Nachfrage in Spanien und Kosten für den Ausbau alternativer Energien hatte Iberdrola, dessen größter Aktionär der spanische Bau- und Hochtief -Mutterkonzern ACS ist, im Februar sein Gewinnziel zurückgeschraubt. Der Versorger rechnet nun nicht mehr damit, den Gewinn wie zunächst geplant von 2010 bis 2012 jährlich im Schnitt um fünf bis neun Prozent zu steigern und peilt nur noch ein Plus von unter fünf Prozent an.

Auch dem deutschen Energiekonzern RWE macht der Heimatmarkt zu schaffen. Nach der Atomwende büßte der Konzern im ersten Quartal an Umsatz und Gewinn ein und rechnet für 2012 lediglich mit einer Stagnation des Betriebsergebnisses. Rivale E.ON konnte dagegen zum Jahresauftakt sein operatives Ergebnis steigern, wobei der Konzern von einer Trendwende im lange verlustreichen Gasgeschäft profitierte.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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