Sparen bei der Rüstung
Autosparte rettet Rheinmetall-Bilanz

Geteiltes Bild bei Rheinmetall: Während in der Rüstungssparte der Sparhammer kreist, geht es der Autoabteilung sehr gut. Aber der Blick in die nahe Zukunft ist bei weitem nicht sorgenfrei.
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DüsseldorfDem Rheinmetall -Konzern bereitet sein Rüstungsgeschäft weiter Sorgen. Zwar bekräftigten die Düsseldorfer am Freitag nach Zuwächsen bei Umsatz und Ergebnis im Halbjahr ihre Konzernprognosen für das Gesamtjahr. Der Vorstand machte aber zugleich deutlich, dass es in der Verteidigungssparte schwierig werde, die dortigen Ziele zu erreichen. Ein Sparprogramm bei den Panzerfahrzeugen soll nun helfen. Ob dabei Standorte geschlossen oder Arbeitsplätze gestrichen werden könnten, ließ Rheinmetall bislang offen.

Die Kosten für die Umstrukturierung sieht der Konzern mit dem Ertrag in Höhe von 31 Millionen Euro für den Verkauf von 51 Prozent der Anteile an der Airborne Systems an die EADS -Tochter Cassidian gedeckt. Die Sparte fertigt Kampf- und Minenräumpanzer sowie Panzerhaubitzen in Kiel, Kassel, Unterlüß und Gersthofen.

"Aufgrund der bisherigen Ertragsentwicklung stellt das Erreichen der Unternehmensziele im Defence-Bereich sicher eine besondere Herausforderung in den kommenden Monaten dar", erklärte Konzernchef Klaus Eberhardt. Nach sechs Monaten blieb das operative Ergebnis mit 56 Millionen Euro hinter dem Vorjahreswert von 62 Millionen Euro zurück, ohne Ver- und Zukäufe schrumpfte der Gewinn sogar auf 34 (Vorjahr: 51) Millionen Euro. Auch im Gesamtjahr erwartet Rheinmetall ein schwächeres Ergebnis. Allein wegen Akquisitionen stieg der Umsatz der Sparte. Einziger Lichtblick war der Auftragseingang, der um 33 Prozent auf 1,14 Milliarden Euro stieg.

Erfreulicher entwickelt sich der Verkauf von Autoteilen. Rheinmetall profitiert davon, dass verstärkt Produkte nachgefragt werden, um Verbrauch und Abgas im Auto zu reduzieren. Die Sparte konnte ihren Umsatz im Halbjahr um sechs Prozent steigern, die Rendite stieg auf 6,8 (6,5) Prozent. Auch im Gesamtjahr erwartet Rheinmetall ein leicht besseres Ergebnis des Geschäftsbereichs, der damit wichtiger Pfeiler für den angepeilten stabilen operativen Gewinn im Gesamtjahr ist.

Zum erwarteten Konzernwachstum von rund 4,9 (4,5) Milliarden Euro sollen indes beide Sparten beitragen. Aber auch diese Prognose steht unter Vorbehalt: "Unter der Voraussetzung, dass sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen im zweiten Halbjahr nicht weiter verschlechtern, halten wir an unseren Konzernzielen für 2012 fest", erklärte Eberhardt.

Im ersten Halbjahr stiegen die Erlöse von Rheinmetall insgesamt um neun Prozent auf 2,25 Milliarden Euro. Wegen der schwächeren Entwicklung der Rüstungssparte konnte der Konzern das operative Ergebnis aber lediglich stabil halten. Der Konzernüberschuss stieg auf 82 von 75 Millionen Euro, wobei geringere Steuern und ein besseres Zinsergebnis halfen. An der Börse erlebte die Rheinmetall-Aktie eine Berg- und Talfahrt. Bis zum Mittag legte das im MDax notierte Papier zeitweise um bis zu 1,7 Prozent zu, bisweilen verlor sie bis zu drei Prozent.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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