Industrie

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Sparkurs bei Opel: IG Metall verlangt Garantien für Beschäftigte

Der Streit zwischen dem Opel-Mutterkonzern General Motors und der IG Metall um den geplanten Sparkurs spitzt sich weiter zu. Die Gewerkschaft fordert Standort- und Beschäftigungsgarantien für die Opel-Mitarbeiter.

Der Erste Vorsitzende der IG Metall, Berthold Huber, will ein klares Bekenntnis der GM-Führung zu Opel und zum Standort Deutschland. Quelle: dpa
Der Erste Vorsitzende der IG Metall, Berthold Huber, will ein klares Bekenntnis der GM-Führung zu Opel und zum Standort Deutschland. Quelle: dpa

RüsselsheimDer Streit um den Sparkurs beim kriselnden Autobauer Opel spitzt sich zu. Nach der Forderung des Managements nach „beträchtlichen Einsparungen“ der Belegschaft geht die IG Metall auf Konfrontationskurs. In einem Forderungskatalog verlangt die Tarifkommission bei Opel unter anderem Standort- und Beschäftigungsgarantien bis mindestens Ende 2016 und eine klare Finanzierungszusage der US-Mutter General Motors (GM).

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Die Verhandlungen wurden nach dpa-Informationen am Mittwoch fortgesetzt. Eine Einigung muss nach einem Ultimatum des Managements spätestens Ende Februar gelingen - sonst droht das vorzeitige Aus der Autofertigung in Bochum schon Ende 2014.

Die Lage des Autobauers ist prekär, betonte die Gewerkschaft: „Die wirtschaftliche Situation des Unternehmens ist so schlecht wie noch nie und hat existenzbedrohende Ausmaße angenommen.“ Mittelfristig sei kein Standort gesichert.

Der Bezirksleiter des Bezirks Nordrhein-Westfalen, Knut Giesler, sagte, die Gewerkschaft wolle Druck auf GM machen: „Der IG Metall geht es um Lösungen für die Menschen an allen Standorten.“

Schließung Anfang 2015 Opel droht mit früherem Produktionsstopp

Der Autobauer erhöht vor den Verhandlungen zum Zukunftsplan Druck auf Belegschaft.

Noch liegen beide Seiten weit auseinander. In Verhandlungskreisen wird jedoch betont, dass keiner Seite an einer Eskalation des Konflikts gelegen sei. Allgemein werden Kompromisse erwartet, die eine Einigung im vorgegebenen Zeitrahmen ermöglichen.

Die Adam Opel AG will die Fixkosten bis 2015 um weitere 375 Millionen Euro senken, unter anderen sollen die Mitarbeiter auf Tariferhöhungen verzichten, bis der Autobauer wieder Gewinn macht. Das peilt die US-Mutter General Motors zur Mitte des Jahrzehnts an. Im Gegenzug würde der Standortsicherungsvertrag, der Werkschließungen und betriebsbedingte Kündigungen bis Ende 2014 ausschließt, bis 2016 verlängert.

Hingegen verlangt die Tarifkommission „konkrete und belastbare Garantien, die alle Standorte und eine möglichst große Zahl an Arbeitsplätzen über 2016 hinaus sichern und den Produktions- und Entwicklungsstandort Deutschland langfristig erhalten“. Diese Garantien müssten durch Investitionszusagen hinterlegt werden. Zudem verlangen die Arbeitnehmer Maßnahmen für Wachstum, das an allen Standorten zusätzliche Arbeitsplätze schafft.

Die Adam Opel AG wollte sich zur Resolution der Tarifkommission nicht äußern. „Wir kommentieren keine laufenden Verhandlungen. Unser Ziel ist nach wie vor, bis Februar zu einem guten Ergebnis zu kommen“, hieß es in Rüsselsheim knapp.

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