Sparkurs verschärft
GM streicht jeden zehnten Arbeitsplatz

Der angeschlagene Autokonzern General Motors (GM) hat angesichts hoher Überkapazitäten und massiver Absatzprobleme auf seinem Heimatmarkt ein umfangreiches Sparprogramm vorgelegt. Bis Ende 2008 sollen 30 000 Arbeitsplätze gestrichen werden, teilte das Unternehmen am Montag mit.

HB DETROIT/RÜSSELSHEIM. Damit sollen nach erneuten Milliarden-Verlusten 5000 Jobs mehr wegfallen als bislang geplant. Zwölf Produktions- und Service-Standorte in den USA und Kanada werden geschlossen. Dadurch sollen die Einsparungen bis Ende 2006 um eine auf sieben Mrd. Dollar erhöht werden. Die deutsche Tochter Opel, bei der bereits ein massiver Stellenabbau läuft, ist von den neuen Streichungen nicht betroffen. In Europa hatte der weltgrößte Autobauer bereits im vergangenen Jahr ein Sanierungsprogramm durchgesetzt, das allein in Deutschland den Abbau von 10 000 Stellen vorsieht.

„Dies sind drastische Schritte, die uns bei der Verbesserung unserer Entwicklung helfen werden“, zeigte sich GM-Chef Rick Wagoner zuversichtlich. Der Großteil des nun angekündigten Stellenabbaus solle durch natürliche Fluktuation und Vorruhestand erfolgen. Die Entscheidungen seien schwer zu fällen gewesen, weil sie tausende Beschäftigte und ihre Familien sowie die Städte, in denen die Werke liegen, treffen. Aber dies sei notwendig für GM, um die Kosten auf das Niveau unserer Wettbewerber zu bringen. Die Sparmaßnahmen seien ein Schlüsselelement des Plans, das Nordamerika-Geschäft wieder in die Gewinnzone zu bringen. Der Abbau werde den Gewinn „erheblich“ belasten, hieß es, ohne dass eine Größenordnung genannt wurde.

Der Heimatmarkt macht GM seit Monaten schwer zu schaffen. In den ersten drei Quartalen 2005 addierte sich der Verlust dort auf 4,8 Mrd. Dollar. Auslöser waren ein sinkender Absatz als Folge der hohen Spritpreise, ein ruinöser Preiskrieg sowie hohe Pensionsverpflichtungen. Das Minus in Nordamerika brachte auch den gesamten Konzern auf ein Neunmonats-Minus von 3,8 Mrd. Dollar. Die GM-Aktien verloren 2005 mehr als 40 Prozent an Wert und notierten in der vergangenen Woche auf dem tiefsten Stand seit 14 Jahren.

GM hatte bereits im Juni angekündigt, 25 000 Jobs in amerikanischen Produktionsstätten zu streichen, um die Kapazitäten drastisch zu senken. Dabei waren die Fortschritte in Europa hervorgehoben worden, wo bereits ein über zwei Jahre verteilter Abbau von 12 000 Stellen läuft. Zum Ende des dritten Quartals hatte GM 173 000 Beschäftigte in Nordamerika und 56 000 in Europa. In den USA, die besonders stark von den Werkschließungen betroffen sind, arbeiteten für GM 142 000 Menschen.

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