Sparkurs wegen massiver Probleme
Webasto trennt sich von 450 Mitarbeitern

Der Autozulieferer Webasto – bekannt für seine Standheizungen – streicht bis Ende 2007 mehrere hundert Arbeitsplätze. Damit bewahrheiten sich Medienmeldungen der Vortage. Das Unternehmen muss sparen, weil das Geschäft mit Schiebedächern schlecht läuft und hohe Entwicklungskosten die Bilanz belasten. Zum ersten Mal in der 105-jährigen Firmengeschichte wird ein Verlust erwartet.

HB MÜNCHEN. Weltweit seien von dem Sparkurs rund 450 Mitarbeiter betroffen, davon 280 in Deutschland, sagte Webasto-Chef Franz-Josef Kortüm am Donnerstag in München. Die Stellen würden in Zentralbereichen wie Verwaltung, Entwicklung und Controlling abgebaut. Die Beschäftigten in der Produktion blieben außen vor. Im Wesentlichen würden die Einschnitte am Unternehmenssitz in Stockdorf vorgenommen. Auch Entlassungen schloss Kortüm nicht aus. Die Unternehmensleitung stehe mit dem Betriebsrat in Verhandlungen.

Grund seien die Schwierigkeiten im Geschäft mit Schiebedächern vor allem im amerikanischen Markt, die das Unternehmen voraussichtlich im Gesamtjahr in die Verlustzone drücken werden. Dagegen werde der Umsatz voraussichtlich um 10 Prozent auf 1,6 Mrd. Euro zulegen, sagte Kortüm. 2005 hatte Webasto bei einem Umsatz von 1,5 Mrd. Euro noch einen Überschuss von 50,3 Mill. Euro verbucht. Etwa die Hälfte des Gewinns machte allerdings der Verkauf der Bus-Sparte aus. Webasto hatte bereits im Februar angekündigt, seinen Sparkurs zu verschärfen, bislang aber noch keine Details bekannt gegeben. Im August dieses Jahres waren bei Webasto weltweit 6 240 Menschen beschäftigt.

Entwicklungskosten belastet zusätzlich

Ein weiterer Grund für den Ergebniseinbruch sind laut Kortüm die hohen Entwicklungs- und Projektkosten. Vor allem habe das Unternehmen eine hohe Anzahl an Anläufen für Cabriolet-Dachsysteme zu meistern gehabt. In diesem Jahr liefere Webasto für sechs neue Cabrio-Modelle zu: VW Eos, Mazda MX 5, Ford Focus, Alpha Spider, Mitsubishi Colt CZC und Volvo C70. Zudem habe das Unternehmen in den letzten drei Jahren über 300 Mill. Euro in dieser Sparte investiert. „Für ein Unternehmen unserer Größe ist das eine hohe Zahl“, sagte Kortüm. Als weitere Gründe für die geplanten Einschnitte nannte Kortüm den hohe Preisdruck der Autoindustrie und die stark gestiegenen Energiekosten.

Die Konsolidierung werde nicht vor Ende 2008 abgeschlossen sein, sagte Kortüm. Pro Jahr will er rund 20 Mill. Euro ergebniswirksam einsparen. „Wir haben zwei harte Jahre vor uns.“ Auch für 2007 schloss Kortüm nicht aus, dass unter dem Strich ein Verlust verbucht werde.

Ihren Fortbestand sieht die Firma aus Stockdorf bei München nicht gefährdet. Kortüm verwies auf eine Eigenkapitalquote von 41 Prozent im Jahr 2005 und fügte hinzu: „Auch nach den Verlusten von 2006 hat Webasto eine stabile Bilanzstruktur.“

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