Sparmaßnahmen
Grohe schließt Werk in Herzberg

Der Sanitärarmaturenhersteller Grohe schließt zum Ende des Jahres sein Werk im brandendburgischen Herzberg mit 300 Beschäftigten. Insgesamt soll jede dritte der 4500 Stellen in Deutschland gestrichen werden. Neben den 300 Beschäftigten in Herzberg seien 1200 Arbeitsplätze an anderen Standorten „akut bedroht“, sagte ein Grohe-Sprecher am Montag.

HB DÜSSELDORF. „Es gibt für Herzberg keine Alternative zur Schließung“, teilte Grohe mit. „Die Unternehmensführung sieht sich letztlich zu dieser Entscheidung gezwungen, um die Zukunft Grohes langfristig zu sichern.“ Den Mitarbeitern in Herzberg werde zum größten Teil zum 31. Dezember gekündigt. Grohe folge damit den Empfehlungen dreier führender Unternehmensberatungen.

Grohe produziert in Herzberg Rohrkomponenten und montiert dort Duschsysteme und Küchenarmaturen. Diese Komponenten will die Traditionsfirma künftig von Zulieferern beziehen.

Nach Boston Consulting 2001 und McKinsey sei auch die vom Betriebsrat beauftragte Unternehmensberatung zu dem Schluss gelangt, dass Herzberg nicht wirtschaftlich zu führen sei. Auch das Angebot eines Übernahme durch die Werksleitung (MBO) sei von den Managern und den Mitarbeitern nicht angenommen worden. Grohe bemühe sich um Beschäftigungsalternativen für die Mitarbeiter in Herzberg.

Nach Angaben der Gewerkschaft IG Metall sind bei Grohe noch weit mehr Arbeitsplätze gefährdet. Bis zu 3000 der insgesamt 4500 Stellen in Deutschland könnten durch Verlagerungen in das Ausland wegrationalisiert werden, hatte die IG Metall erklärt. Ein Grohe-Sprecher sagte am Montag, nach der Schließung von Herzberg stünden noch 1200 Arbeitsplätze zur Disposition. Die Gespräche mit dem Betriebsrat über einen Arbeitsplatzabbau im Werk im badischen Lahr und in der Zentrale im sauerländischen Hemer hätten begonnen. „Was konkret dabei herauskommt, wissen wir heute noch nicht“, sagte der Sprecher.

Die IG Metall hatte erklärt, die neuen Grohe-Eigentümer wolle deshalb Stellen abbauen, weil ihnen eine Kapitalrendite von rund 20 % nicht ausreiche. Texas Pacific Group (TPG) und CSFB Private Equity hatten den weltweit größten Sanitär-Exporteur im Sommer 2004 vom britischen Finanzinvestor BC Partners für mindestens 1,5 Mrd. € übernommen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%