Sparmaßnahmen
MAN bündelt seine Sparten Turbo und Diesel

MAN führt seine Sparten Diesel und Turbo zusammen. um die Kosten zu senken. Der Nutzfahrzeug- und Maschinenbaukonzern räumte allerdings ein, dass es im Zuge der Zusammenlegung der beiden Bereiche zu Stellenstreichungen kommen kann.

MÜNCHEN/HAMBURG. Der MAN-Konzern spaltet sich in zwei weitgehend unabhängige Unternehmensteile auf. Vorstandschef Håkan Samuelsson kündigte gestern in Hamburg an, die beiden Tochtergesellschaften Diesel (Großmotoren für Schiffe und Kraftwerke) und Turbo (Kompressoren und Turbinen) zusammenzulegen. Im zweiten Teil des Konzerns wird das Nutzfahrzeuggeschäft gebündelt, das derzeit stark unter der Rezession leidet. Über den beiden selbstständig operierenden Gesellschaften kümmert sich die MAN-Holding um Finanzierung, Controlling, Personalentwicklung und Strategie.

Die neue Einheit aus den Bereichen Diesel und Turbo, intern Power Engineering genannt, soll mit mehr als 12 000 Mitarbeitern Anfang 2010 ihre Arbeit aufnehmen. Auf Basis der Zahlen des Jahres 2008 entsteht ein Unternehmen mit einem Gewinn (Ebit) von 566 Mio. Euro und vier Mrd. Euro Umsatz. Der Gesamtkonzern erwirtschaftete zuletzt einen Umsatz von 15 Mrd. Euro.

Konzernkenner sehen den Schritt nicht nur als interne Reorganisation. Vielmehr diene er als Vorbereitung, um sich eines Tages auf das Geschäft mit Nutzfahrzeugen konzentrieren zu können. Die Lkw-Sparte der Münchener könnte dann mit dem schwedischen Konkurrenten Scania verschmolzen werden, so das Szenario. Scania ist eine Tochter des Volkswagen-Konzerns, der auch an MAN knapp 30 Prozent hält. Ein solcher Schritt stehe zwar nicht unmittelbar bevor, hieß es aus Aufsichtsratskreisen. „Eine schlankere MAN-Struktur macht ihn aber einfacher.“

Die Synergien zwischen den beiden neuen Unternehmensteilen sind innerhalb des MAN-Konzerns begrenzt. „In einen möglichen, mit Scania integrierten Lkw-Hersteller würde das Geschäft nicht wirklich passen“, sagt Branchenanalyst Christian Aust von der HVB. Ein eigenständiges Unternehmen sei durchaus denkbar. Vorbild könnte der börsennotierte, skandinavische Konkurrent Wärtislä seien.

Die Lkw-Sparte von MAN steuert hingegen klar auf eine Integration mit VW zu. MAN hat im vergangenen Jahr die brasilianische Lkw-Einheit der Wolfsburger übernommen. Volkswagens Chefaufseher und MAN-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch hatte zuletzt im Mai sein Interesse an MAN als weiterer Tochter des Volkswagen-Konzerns bekundet. Dem Porsche-Erbe schwebt ein PS-Reich vom Kleinstwagen bis zum 44-Tonner vor. Über die Macht in einem integrierten Autokonzern aus VW und Großaktionär Porsche ringt Piëch derzeit mit seinem Cousin Wolfgang Porsche.

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