Sparmaßnahmen
Tränen vor den Toren der US-Autobauer

Menschen fallen sich in die Arme, spenden sich gegenseitig Trost, machen sich Mut. In Detroit feiern in diesem Jahr nur die wenigsten Familien fröhliche Weihnachten. Die neuste Hiobsbotschaft stammt von Chrysler: Am Freitag schließt der Autobauer alle Werke für einen Monat. Aber auch GM wartet mit schlechten Nachrichten auf.

FRANKFURT. Die taumelnden US-Autobauer greifen im Ringen um ein staatliches Hilfspaket zu immer drastischeren Sparmaßnahmen, um kurzfristig das finanzielle Überleben zu sichern. Der drittgrößte US-Hersteller Chrysler verlängerte wegen der dramatischen Absatzkrise seine Weihnachtspause in allen Werken von zwei auf vier Wochen.

Die Bänder stünden ab heute für mindestens einen Monat still, teilte das Unternehmen mit. Der größte US-Hersteller General Motors stoppte zugleich vorerst die Bauarbeiten an einem neuen US-Werk für sparsame Motoren. Die geplante Fabrik ist ein Herzstück für die von GM angekündigte neue umweltfreundliche Modellpalette, zu der als Prestigeprojekt auch das Elektroauto Chevrolet Volt zählt.

Der finanzielle Engpass der US-Hersteller wird damit offenbar von Tag zu Tag dramatischer. Bei Chrysler soll die Arbeit in den 30 Werken in Noramerika bereits mit dem Ende der Schicht ab Freitag bis zum 19. Januar eingestellt werden. Den Angaben zufolge verkaufen Chrysler-Händler bis zu 25 Prozent weniger Autos wegen fehlender Finanzierungsmöglichkeiten. Der Produktionsstopp solle einen Anstieg der Lagerbestände verhindern.Außerdem hofft der Konzern, damit Geld zu sparen. Auch Rivale Ford verlängerte die Werksferien in 10 Werken um eine auf drei Wochen. GM hatte schon vergangene Woche die vorübergehende Schließung von 20 Produktionsstätten angekündigt.

Der Opel-Mutterkonzern GM stoppte nun zudem vorerst die Bauarbeiten an einem neuen US-Werk für sparsame Motoren. Die geplante Fabrik ist ein Herzstück für die von GM angekündigte neue Modellpalette, zu der als Prestigeprojekt auch das Elektroauto Chevrolet Volt zählt.

Der Baustopp im neuen GM-Motorenwerk im US-Bundesstaat Michigan von sei nur vorübergehend, betonte eine Konzernsprecherin laut US-Medien. Der für das Jahr 2010 geplante Start der Produktion und des Volt-Elektroautos sei dadurch nicht gefährdet. In der Fabrik sollen später Motoren für sparsame Kleinwagen sowie Generatoren zur Stromerzeugung im Volt gebaut werden.

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