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Sparpaket: Opel erwartet Einigung mit Belegschaft im Mai

exklusiv Das Ringen um einen millionenschweren Beitrag der Opel-Arbeitnehmer zur Sanierung des Autoherstellers steht vor dem Abschluss. Die Verhandlungen um einen Sparbeitrag der Belegschaft laufen wieder. Der Autobauer setzt auf eine rasche Einigung, die IG Metall ist zurückhaltender.

Opel-Chef Nick Reilly ist zuversichtlich beim Sanierungsbeitrag der Arbeitnehmer vor einem Durchbruch zu stehen. Quelle: dpa
Opel-Chef Nick Reilly ist zuversichtlich beim Sanierungsbeitrag der Arbeitnehmer vor einem Durchbruch zu stehen. Quelle: dpa

FRANKFURT. Der Autohersteller Opel sieht bei den lange stockenden Gesprächen über einen Sanierungsbeitrag der Arbeitnehmer in Höhe von 265 Mio. Euro einen Durchbruch in greifbarer Nähe. "Ich bin optimistisch, dass wir noch im Mai zu einer Einigung kommen werden", sagte Opel-Chef Nick Reilly dem Handelsblatt am Rande einer Veranstaltung in Berlin und nennt damit erstmals einen konkreten Zeitrahmen. Die Geschäftsleitung von Opel und der Konzernbetriebsrat hatten laut Konzernkreisen diese Woche nach einer monatelangen Eiszeit zwischen Management und Arbeitnehmervertretern die Gespräche über das Restrukturierungspaket in Deutschland neu aufgenommen.

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Auch Opel-Gesamtbetriebsratschef Klaus Franz macht neue Bewegung aus. "Erstmals seit GM entschieden hat, Opel nicht zu verkaufen, hat sich die Geschäftsleitung bewegt und ist konstruktiv auf die Forderungen des Betriebsrats eingegangen", heißt es in einer internen Betriebsratsmitteilung an die Mitarbeiter, die dem Handelsblatt vorliegt. Die Vorstellungen der Geschäftsleitung über die Höhe der Arbeitnehmerbeiträge würden von der IG Metall und dem Betriebsrat allerdings nach wie vor nicht akzeptiert. Die IG Metall-Zentrale teilt den Optimismus von Reilly deshalb nicht vollständig. "Wir sprechen zwar wieder miteinander, aber noch sind viele Punkte offen", sagte eine mit den Gesprächen vertraute Person. Einer der Knackpunkte ist nach wie vor die Frage der Sicherheiten, die die Belegschaft für ihre Zugeständnisse verlangt.

Monat der Entscheidungen

Die deutsche Tochter des US-Konzerns General Motors steuert damit auf einen Monat der Entscheidungen zu. Reilly hatte bereits Anfang der Woche angekündigt, dass er in der zweiten Monatshälfte auch eine Entscheidung der Bundesregierung über mögliche neue Staatshilfen für Opel erwarte. Eine Einigung mit den Arbeitnehmern wäre dabei ein wichtiger Meilenstein, da in Berlin eine Verständigung mit den Arbeitnehmern als eine Voraussetzung für mögliche neue Hilfen für Opel angesehen wird.

Die Verhandlungen mit den Arbeitnehmern lagen wegen der geplanten Schließung des Werks Antwerpen lange auf Eis. Die jüngst erzielte Verständigung über ein Abfindungsprogramm und eine Verkleinerung des Werks haben jedoch den Stolperstein aus dem Weg geräumt. Die Arbeitnehmer einigten sich mit dem Opel-Interessenten Magna im vergangenen Oktober bereits auf einen Sanierungsbeitrag von 265 Mio. Euro. Nach der überraschenden Kehrtwende beim Opel-Verkauf hatte auch GM auf die Zugeständnisse gepocht, die die Arbeitnehmer jedoch zunächst verweigert hatten.

Opel-Chef Nick Reilly ist zuversichtlich beim Sanierungsbeitrag der Arbeitnehmer vor einem Durchbruch zu stehen.

Das Finanzierungskonzept von GM sieht bereits fest eine Arbeitnehmerbeteiligung ebenfalls in Höhe von 265 Mio. Euro im Rahmen der Opel-Sanierung vor. Der Autobauer benötigt nach eigenen Angaben 1,8 Mrd. Euro von den europäischen Ländern, davon 1,3 Mrd. Euro aus Deutschland. GM selbst will 1,9 Mrd. Euro in die Opel-Rettung stecken - teils als Eigenkapital, teils in Form von Krediten.

Sanierungsplan

Hauptlast: Die deutschen Opel-Mitarbeiter sollen die Hauptlast des fest vom US-Konzern einkalkulierten Sparbeitrags der Arbeitnehmer tragen. Danach wollen die Amerikaner von den deutschen Mitarbeitern etwa 177 Mio. Euro einsammeln. Knapp 70 Prozent des Sparbeitrags sollen damit allein von den rund 25 000 Beschäftigten in Deutschland kommen.

Bedeutung: Einem Abschluss in Deutschland kommt deshalb große Bedeutung zu. Die Mitarbeiter in der Bundesrepublik machen etwa die Hälfte der Belegschaft in Europa aus.

Finanzplan: Opel rechnet 2010 noch mit roten Zahlen. Erst 2011 soll wieder die Gewinnschwelle erreicht werden.

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