Sparpläne
Tausende Jobs bei Peugeot-Citroën in Gefahr

Fiat steigt aus einem gemeinsamen Werk mit den französischen Autobauern Peugeot-Citroën aus. Die Belegschaft fürchtet um ihre Jobs - ihr steht ohnehin ein harter Sparplan bevor, der morgen bekannt gegeben werden soll.
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HordainNach der Allianz mit dem Opel-Mutterkonzern GM stehen beim angeschlagenen französischen Autobauer PSA Peugeot-Citroën einschneidende Veränderungen bevor: Das Unternehmen kündigte am Mittwoch an, dass sich der italienische Partner Fiat bis Ende des Jahres komplett aus dem gemeinsamen Werk Sevelnord in Nordfrankreich zurückziehen werde. PSA will am Donnerstag weitere Maßnahmen bekanntgeben, die tausende Jobs kosten könnten.

Im Werk Sevelnord mit seinen 2800 Mitarbeitern werden bisher größere Modelle wie der Van Peugeot 807 sowie Nutzfahrzeuge wie die Kleintransporter Citroën Jumpy und Fiat Scudo produziert. PSA gab nun bekannt, dass der französische Autobauer den Fiat-Anteil von 50 Prozent übernehmen werde. Leichte Nutzfahrzeuge sollen dort aber weiterhin gebaut werden.

Die Gewerkschaft CGT kritisierte, dass Fiat bis Ende 2016 zwar weiterhin Fahrzeuge in Sevelnord kaufen wolle. Die Italiener hätten aber keine Garantie dafür abgegeben. Gewerkschafter hatten vor wenigen Tagen hervorgehoben, dass die Produktion von Fiat-Modellen rund 20 bis 25 Prozent in Sevelnord ausmache und dass ein Ausstieg des italienischen Partners daher den Wegfall von mehr als 500 Stellen bedeuten könnte.

PSA Peugeot-Citroën war im Februar eine Allianz mit dem US-Autobauer General Motors eingegangen, zu dem auch Opel gehört. Seither werden zusätzliche Stellenkürzungen befürchtet, denn die Kooperation soll beiden Konzernen Einsparungen bringen. Ende Juni kündigte Konzernchef Philippe Varin weitere Sparmaßnahmen an, die teils am Donnerstag bei einem Treffen mit dem Zentralbetriebsrat bekanntgegeben werden sollen.

Die Gewerkschaften befürchten seit Monaten, dass das traditionsreiche Werk in Aulnay-sous-Bois bei Paris geschlossen werden könnte, das mehr als 3000 Angestellte hat. Dort wird nur noch der Kleinwagen C3 hergestellt, dessen Produktion 2014 auslaufen soll. Auch mehr als 1000 Stellen im westfranzösischen Rennes gelten als bedroht. Ein Vertreter der Gewerkschaft FO hatte Anfang Juli sogar davon gesprochen, dass in Frankreich insgesamt 10.000 Stellen wegfallen könnten.

Der sozialistische Arbeitsminister Michel Sapin erwartete "schlechte" Nachrichten für Aulnay-sous-Bois und einen Sozialplan. Er warf dem abgewählten konservativen Präsidenten Nicolas Sarkozy im Sender France Inter vor, die Bekanntgabe von Stellenstreichungen wegen der Wahlen in Frankreich um Monate verzögert zu haben.

Peugeot-Citroën hat Absatzschwierigkeiten insbesondere bei seinen Kleinwagen, 60 Prozent seiner Autos verkauft das Unternehmen in Europa. PSA und Opel haben nach Ansicht von Experten dieselben Probleme: Überkapazitäten und eine zu starke Konzentration auf Europa.

Der französische Autobauer, der auf dem europäischen Markt dieses Jahr einen Absatzrückgang um fünf Prozent erwartet, hatte ab Herbst 2011 bereits Einsparungen von insgesamt einer Milliarde Euro für 2012 angekündigt. Diese kommen zu den Einsparungen in Höhe von 3,7 Milliarden über drei Jahre hinzu, die PSA schon 2009 bekanntgegeben hatte. Insgesamt sollen bisher bereits fast 6000 Stellen in Europa wegfallen, davon 4300 in Frankreich.

Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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  • PSA plant Stellenstreichungen
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    Wo ist/bleibt Hollande? wo die S(K)PD-Troika?
    Sie müssen doch "sofort" eine "Transfergesellschaft" fordern!
    Oder einen "Rettungsschirm" für PSA.
    Oder einen"Soli" für PSA.
    Es kann doch nicht angehen, daß ein Unternehmen der "La Grande Nation" Stellen streicht und z.B. VW "Rekordgewinne" meldet.
    Das kann/darf nicht sein!

    PSA und Opel haben sich gesucht und gefunden. Sie sind auf "gleicher Augenhöhe".

  • "Normale" EU-Kleinwagen werden momentan aufgerieben, zwischen Koreabilligprodukten (aber technisch OK)und den teueren Premiummarkenprodukte einzelnen EU-Hersteller. Kunden kaufen zunehmend "billig" oder "sehr teuer (Markenemotion).
    PSA wird noch als normale Marke wahrgenommen und ist nicht billig. Der Markt fodert hier Sonderrabatte ein, da der Kunde hier keinen Premiummarkenzuschlag honoriert. Das ist tragisch, da PSA im Design und Cockpitanmutung große Fortschritte vollzogen hat. Der "Deal" mit GM sichert eine bessere Kostenbasis auch bei reduziertem Marktanteil.

    Trotzdem sind Werksanpassungen unvermeidlich, da schlicht einfach zu wenige Kunden PSA-Autos kaufen. Irgendwann muss halt reagiert werden, da mangelnde Auslastung und größere Personalvorhaltung das Unternehmen sonst runterziehen können. Während MINI blendend verkauft wird, kriselt es bei PSA-Kleinwagen; auch das ist ein Phänomen der heutigen Zeit. Teile der PSA-Probleme sind auch sicherlich hausgemacht.

  • Hier helfen nur Umstrukturierungen. Effizientere Fertigung, Löhne und Sozialleistungen runter, Belegschaft verringern und das Rentenalter erhöhen. So kommen PSA und der französische Staat wieder auf die Zielgerade. Hollande hat aber gerade das Gegenteil versprochen. Bin mal gespannt wie er aus der Missere kommt ohne daß der deutsche Steuerzahler dafür einstehen muß, was er ja wohl gerne hätte.

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