Sparplan wegen sinkender Verkaufszahlen
Seat zieht die Notbremse

Seat geht es schlechter als bislang bekannt. Die Verkäufe gehen zurück. Nun will die spanische Volkswagen-Tochter die Arbeitszeit ihrer 16 000 Beschäftigten verkürzen und die Löhne entsprechend senken.

HB BARCELONA. Den Sparplan teilte der Automobilhersteller spanischen Presseberichten vom Mittwoch zufolge den Gewerkschaften mit. Das Unternehmen reagiert mit den Maßnahmen auf Überkapazitäten. Infolge zurückgegangener Produktionszahlen würden 1400 Beschäftigte des Konzerns nicht benötigt, hieß es. Bisher war der Überhang auf 800 Arbeitsplätze beziffert worden. Einzelheiten über die Sparpläne wurden nicht genannt. Für das Jahr 2006 geht Seat nach diesen Angaben von 429 000 produzierten Fahrzeugen aus, 17 000 weniger als bisher geplant.

Die Gewerkschaften lehnten die Vorschläge zu einer Reduzierung von Arbeitszeiten und Löhnen ab. Sie kündigten an, nach Alternativen zu suchen. Der Betriebsratsvorsitzende Matías Carnero forderte, die Marketing-Abteilung solle größere Anstrengungen unternehmen, damit „mehr Autos verkauft werden können“.

Seat als dritte große VW-Tochtermarke geht im Gegensatz zu den Geschwistern Audi und Skoda miserabel. Mit dem Flaggschiff Toledo, dem kompakten Leon und dem Minivan Altea hat der spanische Hersteller in den vergangenen Monaten die Hälfte seiner Modellpalette erneuert. Doch der Verkaufserfolg blieb aus. Im ersten Halbjahr 2005 hat Seat in Europa mehr als sechs Prozent weniger Autos als im Vorjahr abgesetzt.

Die Marke leidet, das geben selbst Konzernmanager zu, unter ihrem fehlenden Image. Seit Jahren versucht der VW-Konzern mit mäßigem Erfolg, Seat als Einstiegsmarke im sportlichen Segment für Audi aufzubauen. Doch selbst auf dem wichtigen Heimatmarkt Spanien gelingt das nur bedingt.

Im Volkswagen-Konzern läuft nach Informationen aus Branchenkreisen deshalb derzeit ein Machtkampf um die Zukunft der Marke. Sogar von einem Verkauf an Chinesen wurde zwischenzeitlich gemunkelt. Das scheint jedoch im Moment nicht zur Debatte zu stehen.

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