Sparpogramm
VW führt Schichtmodell ein

Volkswagen dreht weiter kräftig an der Kostenschraube. Über ein neues Arbeitszeitmodell und Einsparungen bei den Zulieferern soll ein dreistelliger Millionenbetrag gespart werden.

HB HANNOVER. Nach monatelangen Verhandlungen haben Arbeitnehmer und Unternehmensspitze bei Volkswagen einen Durchbruch für ein neues Arbeitszeitmodell im Stammwerk Wolfsburg erzielt. Durch eine andere Arbeitsorganisation, den Wegfall bezahlter Pausen in der Früh- und Spätschicht sowie erhöhte Produktivität sollen Einsparungen von rund 50 Millionen Euro im Jahr erreicht werden können, hieß es in Unternehmenskreisen.

Betroffen sind die rund 18 000 Beschäftigten in der Golf V- Fertigung. Über das Jahr gerechnet bleibt es aber bei einer 28,8- Stunden-Woche. Und auch die Vier-Tage-Woche bleibt nach Darstellung des Betriebsrates. Die Neuregelung soll ab Januar 2006 greifen. Einige Details müssen noch beraten werden. Am 3. November will der Betriebsrat abschließend darüber abstimmen.

Der Gesamtbetriebsrat von Volkswagen erklärte, das neue Modell sehe einen Drei-Schicht-Betrieb von Montag bis Donnerstag mit je 7,2 Stunden-Arbeitszeit und eine freiwillige Dauernachtschicht vor. Nach Angaben von Betriebsratschef Bernd Osterloh würden durch die Vereinbarungen die Arbeitsplätze von 5300 Beschäftigten abgesichert. Das VW-Stammwerk in Wolfsburg werde durch 100 000 zusätzliche Fahrzeuge besser ausgelastet. Das Unternehmen hatte damit gedroht, diese Fahrzeuge anderswo bauen zu lassen, falls die Belegschaft nicht zur Kooperation beim Sparkurs bereit sei.

Gleichzeitig gab Volkswagen bekannt, der Konzern habe sich mit seinen Zulieferern auf Einsparungen in dreistelliger Millionenhöhe geeinigt. Dies sei bei einer Klausurtagung mit 38 Lieferanten beschlossen worden. VW will im kommenden Jahr allein bei den Materialkosten eine Milliarde Euro sparen. Weitere Klausurtagungen sollen folgen. VW-Markenvorstand Wolfgang Bernhard sagte: „Nur durch innovative Ideen und dem Engagement jeden Einzelnen werden wir auch in Zukunft die Wettbewerbsfähigkeit von Volkswagen unter Beweis stellen.“

Osterloh sagte zum neuen Arbeitszeitmodell, Hintergrund für die verschärften Wettbewerbsbedingungen seien die immensen Rabattschlachten in der Automobilindustrie. „Um nachhaltig den Standort und die Beschäftigung in Gänze abzusichern, können wir uns den notwendigen Anstrengungen zur Kostenersparnis nicht verschließen, sondern wir müssen gemeinsam daran arbeiten, dass die Fahrzeug- Produktion im Stammwerk durch die Zusage weiterer Fahrzeugmodelle weiterhin möglich ist.“

Mit der Weiterführung des Kostensenkungsprogramms ForMotion will das Unternehmen bei der Marke VW bis 2008 insgesamt sieben Milliarden Euro einsparen.

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