Sparprogramm: Airbus drohen Streiks

Sparprogramm
Airbus drohen Streiks

Nachdem die Anteilseigner sich auf einen Sanierungsplan bei Airbus geeinigt haben, steht ihnen nun Ärger mit der Belegschaft ins Haus. Denn die will die heftigen Einschnitte nicht kampflos hinnehmen. Beim europäischen Flugzeugbauer ändert sich nämlich so einiges, auch in den deutschen Werken.

ali/fas/huh PARIS/MÜNCHEN/BRÜSSEL. „Wir planen einen europaweiten Aktionstag in zwei bis drei Wochen mit Streiks an allen Standorten in allen vier Ländern“, sagte Bernard Gaillanou von der französischen Gewerkschaft CFDT am Dienstag nach einem Treffen europäischer Arbeitnehmervertreter von Airbus in Brüssel. Auch danach seien weitere Streiks möglich, wenn keine Einigung mit der Konzernführung erzielt werde, drohten die 35 beteiligten Gewerkschafter. Die Belegschaft des französischen Werkes Méaulte legte am Dienstag bereits spontan die Arbeit nieder.

Die Führung der EADS-Tochter Airbus plant, mit Stellenstreichungen und dem Verkauf von Werken auf die Krise bei dem Flugzeughersteller zu reagieren und so die Kosten dauerhaft um 2 Mrd. Euro pro Jahr zu senken. Gewerkschaften fürchten, dass bis zu 10 000 Stellen verloren gehen könnten. Das Unternehmen hatte Montagabend bekannt gegeben, dass sich die Anteilseigner nach langen Diskussionen auf das Sanierungsprogramm „Power 8“ geeinigt haben. Details sollen am heutigen Mittwoch zunächst den Arbeitnehmervertretern und dann der Öffentlichkeit genannt werden. In Deutschland sind die Werke in Varel und Nordenham von einem Verkauf bedroht.

Teil des Sanierungsprogramms „Power 8“ ist auch eine grundsätzliche Neuordnung der Produktionsstrukturen. Wie die Handelsblatt-Partnerzeitung „La Tribune“ aus Unternehmenskreisen erfuhr, soll die Endmontage des Kurzstreckenflugzeugs A320 langfristig komplett nach Hamburg verlegt werden. Das Flugzeug wird bisher parallel auch in Toulouse gebaut. Im Gegenzug soll das geplante neue Langstreckenmodell A350 XWB in Frankreich montiert werden.

Das prestigeträchtige Großraumflugzeug A380 soll weiterhin sowohl in Hamburg als auch in Toulouse gebaut werden. Massive Produktionsprobleme bei der A380 und daraus resultierende Verzögerungen bei der Auslieferung hatten die Krise bei Airbus ausgelöst. Der Airbus-Mutterkonzern EADS wollte die Information nicht kommentieren.

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