Sparprogramm: Bei Airbus sollen 10 000 gehen

Sparprogramm
Bei Airbus sollen 10 000 gehen

Die Sanierung des europäischen Flugzeugbauers Airbus ist zur Chefsache in den Regierungen Frankreichs und Deutschlands geworden. Der französische Ministerpräsidenten Dominique de Villepin sagte, er werden 10 000 Stellen wegfallen. Fraglich ist allerdings wo. Villepin hat nur Andeutungen gemacht.

HB/saf/ali/fas PARIS. Er habe über die Probleme bei Airbus mit Bundeskanzlerin Angela Merkel gesprochen, sagte Villepin am Dienstag im Rundfunk. Er sprach sich für eine faire Belastung der Länder bei den Stellenstreichungen aus. Deutschland und Frankreich sind die beiden einflussreichsten Staaten im Konzern und wollen möglichst viele Arbeitsplätze in ihren Ländern erhalten. Insgesamt arbeiten 52 000 Menschen beim Flugzeugbauer, knapp die Hälfe davon in Deutschland.

Gewerkschaften und Branchenkenner hatten erwartet, dass rund 10 000 Stellen wegfallen. EADS-Co-Chef Tom Enders sagte am Dienstag am Rande einer Veranstaltung in Hamburg in bezug auf die Villepin-Äußerung: „Da weiß er vielleicht mehr als ich. Es sind noch keine Entscheidungen getroffen.“

Die Sanierung des kriselnden Flugzeugbauers wird durch politischen Widerstände behindert. Louis Gallois, Co-Chef des Airbus-Mutterkonzerns EADS, hat am Montag völlig überraschend die für den heutigen Dienstag angesetzte Präsentation des Airbus-Sanierungsplans „Power8“ verschoben. Die Sanierungsgespräche für den angeschlagenen Flugzeughersteller sind vorerst ausgesetzt. Grund sind Differenzen bei der Aufgabenverteilung beim Bau des geplanten Langstreckenjets A350.

Zuvor hatte sich das deutsche EADS-Management um den gleichberechtigten Konzernchef Enders den Plänen widersetzt. Enders betonte, dass er voll hinter den geplanten Einsparungen stehe, die aber nicht einseitig zu Lasten der Deutschen gehen dürften. „Wir müssen dieses Ziel erreichen und gleichzeitig die entstehenden Lasten, aber auch Zukunftschancen und Kompetenzen fair verteilen“, sagte Enders am Montag.

Enders erhält für seine Position politische Schützenhilfe. Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) begrüßte umgehend die Verschiebung des Sanierungsplans. Nun wollen Frankreichs Präsident Jaques Chirac und Bundeskanzlerin Merkel intervenieren. Die beiden Spitzenpolitiker werden das Thema nach Angaben fes französischen Ministerpräsidenten Villepin bei ihrem Treffen am Freitag auf Schloß Meseberg bei Berlin erörtern. „Das ist eine Frage, die wir auf höchster Ebene angehen wollen“, fügte Villepin hinzu. Laut Berliner Regierungskreisen ist Kanzlerin Merkel auch mit EADS-Co-Chef Enders derzeit in engem Kontakt.

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