Sparprogramm Ford will in Europa hunderte Stellen abbauen

Hohe Kosten und ein Absatz-Einbruch drängen Ford weiter in die Ecke. Nun legt der US-Autobauer ein Sparprogramm für die Europa-Standorte auf. Im Klartext: Es sollen hunderte Jobs gestrichen werden – auch in Deutschland.
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Wie viele Stellen von dem Sparprogramm betroffen sind, ist noch nicht klar. Quelle: Reuters

Wie viele Stellen von dem Sparprogramm betroffen sind, ist noch nicht klar.

(Foto: Reuters)

Berlin/New York/KölnDer US-Autobauer Ford hat für seine europäischen Standorte ein Sparprogramm aufgelegt. Das Unternehmen bestätigte am Dienstag einen entsprechenden Bericht der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. Danach sollen in Deutschland, Großbritannien und im übrigen Teil Europas drei Maßnahmenpakete ergriffen werden.

Ziel sei es, die Personalkosten durch die Einsparung von mehreren hundert Arbeitsplätzen, durch die Einschränkung der Ausgaben für Leiharbeit und andere Dienstleistungen zu reduzieren, teilte Ford Europe auf Anfrage mit. Mit Abfindungen sollen die Beschäftigten zum Ausscheiden bewegt werden. Über die genaue Zahl der betroffenen Jobs könne das Unternehmen erst in wenigen Monaten konkrete Angaben machen. Ford betonte aber, dass der Stellenabbau in allen drei Programmen auf Freiwilligkeit basiere.

Durch die Einsparungen solle eine "größere Effizienz in allen Bereichen" des Europageschäfts erzielt werden. Für den zweitgrößten US-Autobauer arbeiten derzeit in Europa rund 66.000 Mitarbeiter, die größte Gruppe davon ist in Deutschland angestellt. Im Juli hatte Ford angesichts der Absatzflaute auf dem europäischen Markt bereits Einschnitte angekündigt.

Wie das Blatt weiter berichtete, soll das Unternehmen ferner einen Einstellungsstopp verhängt haben. Wichtige Jobs würden aber weiterhin neu besetzt. Außerdem erwäge der Autobauer die Auflösung der Kooperation mit dem französischen Wettbewerber PSA Peugeot Citroën bei der Produktion kleinerer Dieselmotoren am britischen Standort Dagenham.

Dazu erklärte das Unternehmen, dass Ford und PSA auch in Zukunft bei Motoren unter zwei Litern kooperieren würden. Sie stellten immerhin 75 Prozent der gesamten Motorenproduktion innerhalb der Kooperation dar. Beide Autobauer hätten bereits angekündigt, größere Dieselmotoren künftig in eigener Regie herzustellen.

Ford erwartet dieses Jahr in Europa einen Verlust von über einer Milliarde Dollar und strukturiert seine Produktion um. Der Absatz von Ford war in Europa im August um 29 Prozent eingebrochen, die gesamte Branche verzeichnete dagegen einen Rückgang um 8,5 Prozent.

  • afp
  • dpa
  • rtr
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