Sparprogramm
Kahlschlag bei Clariant

Der Schweizer Chemiekonzern Clariant kündigt ein neues Sparprogramm an, um die seit Jahren dahindümpelnden Geschäfte in den Griff zu kriegen. Jede zehnte Stelle wird gestrichen.

HB ZÜRICH. Jede zehnte der derzeit rund 22 000 Stellen soll künftig abgebaut werden, teilte Clariant am Dienstag mit. Vor drei Jahren hatte der Basler Konzern noch rund 28 000 Beschäftigte.

Zudem soll das Sortiment radikal gestrafft werden. Zehn Prozent der weltweiten Produktionsstätten und mindestens 25 Prozent der Produkte sollen wegfallen. Dies werde insgesamt 500 Millionen Schweizer Franken kosten, so die Firma weiter. „Unser klares Ziel ist es, mit unserer Wertschöpfung zu den besten 25 Prozent unserer Wettbewerbern zu gehören“, wird Clariant-Chef Jan Secher in der Mitteilung zitiert.

Ziel der Massnahmen ist es, den wichtigen Profitabilitätsmaßstab „Return on Invested Capital“ (ROIC) bis Ende 2009 um 25 Prozent auf 10 Prozent zu steigern, welches dann über dem Branchendurchschnitt liegen würde. Insgesamt werde eine profitables Wachstum über den Steigerungsraten des Bruttoinlandsprodukts angestrebt. Dazu wolle Clariant sich vor allem auf die Boommärkte China und Indien konzentrieren und den Service-Anteil steigern.

Nina Baiker, Chemieanalystin der Zürcher Kantonalbank, gibt der neuesten Sanierungsrunde gute Noten. „Das neue Programm ist eine Fortführung des bisherigen Restrukturierungsprogramms CPIP. Die Zielsetzungen sind im Rahmen unserer Schätzungen.“

Die Bank Wegelin zeigt sich in einem Kommentar skeptischer: „Es macht schlicht den Anschein, als ob Clariant früher oder später das Heil bei einer Allianz mit einer grossen Chemiehausnummer suchen muss.“

Der Basler Konzern war durch die 3,2 Milliarden Schweizer Franken schwere Übernahme des britischen Feinchemiekonzerns BTP vor sechs Jahren gefährlich in die Schieflage geraten. Die fehlgeschlagene Akquisition hatte Clariant schon vor Jahren zur Sanierung gezwungen. Insgesamt sollte das derzeit noch laufende Sparprogramm namens CPIP in den vier Jahren von 2004 bis inklusive 2007 bei Gesamtkosten von 610 Millionen Schweizer Franken Einsparungen von 800 bis 900 Millionen Schweizer Franken erzielen.

2006 will Clariant nach früheren Angaben bei einem Umsatzwachstum von ungefähr fünf Prozent einen Betriebsgewinn vor Einmaleffekten von 575 Millionen Schweizer Franken erreichen.

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