
Düsseldorf/BerlinSiemens könnte im Zuge seines Sparprogramms bis zu 10.000 Stellen abbauen. Das hat die Nachrichtenagentur Bloomberg von einer mit den Vorgängen informierten Person erfahren. 8000 zu streichende Stellen habe Siemens bereits identifiziert, 2000 weitere könnten bis zum Jahresende hinzukommen. Die Pläne seien zum Großteil noch nicht für die Öffentlichkeit bestimmt, sagte die informierte Person zu Bloomberg.
Siemens will mit einem zweijährigen Sparprogramm Kosten senken und verloren gegangenen Boden zur Konkurrenz gut machen. Auf einer Führungskräftetagung am Donnerstag in Berlin stellte Vorstandschef Peter Löscher die Eckpunkte vor und räumte auch hausgemachte Probleme als Grund für das Programm ein. Konkrete Schritte will er aber erst am 8. November auf der Jahrespressekonferenz vorstellen.
Offiziell blieb offen, wie viele Stellen auf der Kippe stehen. Die Manager müssen in den nächsten Wochen konkrete Maßnahmen erarbeiten. „Wir geben eben keine Arbeitsplatzzahl vor“, sagte Löscher in der Mitarbeiterzeitung. Aber die Arbeitnehmerseite im Aufsichtsrat unterstütze das Programm. In Deutschland beschäftigt Siemens heute rund 119.000 Mitarbeiter, 3000 mehr als vor einem Jahr.
Der Konjunkturabschwung habe Siemens auf dem falschen Fuß erwischt, die Kosten seien ausgeufert, erklärte Löscher. Siemens müsse Bürokratie und Doppelstrukturen im Unternehmen abbauen, Forschung und Entwicklung enger mit der Produktion verzahnen und „im Vergleich mit dem Wettbewerb günstiger werden“.
Was hat Peter Löscher als Siemens-Vorstandschef bisher erreicht? Die wichtigsten Zahlen aus den Geschäftsberichten 2007 und 2011 im Vergleich.
Umsatz des gesamten Konzerns 2007: 72,5 Milliarden Euro
2011: 73,5 Milliarden Euro
Erlöse in Asien 2007: 10,9 Milliarden Euro
2011: 14,4 Milliarden Euro
2007: 4,0 Milliarden Euro
2011: 6,3 Milliarden Euro
Dividende je Aktie 2007: 1,60 Euro
2011: 3,00 Euro
Aktienkurs 2007 (Jahresdurchschnitt): 96,42 Euro
2011: 68,12 Euro
Unternehmenswert an der Börse 2007: 88 Milliarden Euro
2011: 59,5 Milliarden Euro
Mitarbeiter im Siemenskonzern insgesamt 2007: 471.000
2011: 402.000
Hauptaktionäre 2011: Die Familie von Siemens hält sechs Prozent, der US-Vermögensverwalter Blackrock fünf Prozent.
Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung, Verwaltung und Vertrieb seien zu stark gestiegen, sagte Löscher. Bürokratie müsse abgebaut, Doppelfunktionen sollen gestrichen werden. Der Auslandsvertrieb werde verschlankt. Schwächelnde Geschäfte, die zur Dauerbelastung für das Unternehmen zu werden drohten, kämen auf den Prüfstand. Konkrete Schritte und Zahlen will er am 8. November mit der Jahresbilanz präsentieren.
Siemens habe in seinem im September abgelaufenen Geschäftsjahr 2012 zwar eines der besten operativen Ergebnisse seiner Unternehmensgeschichte erreicht, sei aber hinter den eigenen Zielen zurückgeblieben und gegenüber der Konkurrenz ins Hintertreffen geraten - auch wegen „hausgemachter Probleme“, räumte der Vorstandschef ein.
An der Börse kam Löschers Ankündigung nicht als der große Wurf an. Siemens-Aktien waren mit einem Verlust von gut einem Prozent die einzigen Verlierer im Dax.

Bei allem Respekt, aber der Inhalt dieser Meldung wird von Siemens im Abstand von 6 bis 12 Monaten immer wieder herausgegeben. Mit anderen Worten, aber den gleichen Inhalten. Nur Gerede - kein messbaren Taten. Löscher ist ein Teil dieses Problems: ihm fehlt unternehmerische Weitsicht. Doch die zwei bis drei Ebenen nach ihm sind es, die bonusgetrieben und machtgierig am Stuhl kleben. Das eigene Vorwärtskommen zählt um ein vielfaches mehr als das Überwinden schwieriger, wirtschaftlicher Zeiten. Und Hiesinger, der als Insider bei Siemens doch deutlich mehr hätte bewegen können, musste auf der "anderen" Großbaustelle von Herrn Cromme den Besen in die Hand nehmen. Ich bin seit Monaten über diese Entwicklung eines an sich soliden Konzerns erschüttert. Und ich frage mich, wo ist das "Siemens" in GERMANY... das hat der Konzern kampflos de Mitbewerber GE aus USA überlassen. Doch auch in USA gibt es kein "Siemens". Verpasste Chance zu Hauf'!

Wieder einmal erleben wir die Dualität deutscher CEO's.
Wenn es gut läuft, das ist das Ergebnis dem CEO und seiner
außerordentlichen Leistung zu verdanken.
Worte wie "wir" und "Ich" fallen wiederholt.
Wenn es aber schlecht läuft, dann mutiert der CEO zum
"externen Beobachter". Dann wird zuviel Bürokratie und
zu wenig Leistung beklagt. Ich frage mich immer, wie ein
Aufsichtsrat seinem bestellten CEO so etwas durchgehen
lassen kann. Lieber Herr Löscher, Sie sind jetzt 5 Jahre
als CEO bei Siemens im Amt, all das was Sie beklagen ist
letztlich das Ergebnis Ihrer Arbeit.

Das wird die boomende Binnenkonjunktur ja noch einmal richtig anheizen. Dabei liegen anscheinend nicht einmal ein bilanzieller Verlust, sondern nicht die Gewinne, nicht ganz so gut wie beim Wettbewerb ausgefallen. Die Mitarbeiter werden sicher gerne “Einschnitte” akzeptieren, damit Siemens die Aktionäre “verwöhnen” kann. Im Übrigen fehlten noch vor einem halben Jahr alleine bei Siemens Tausende von den Ingenieuren, die angeblich zu schlecht und zu wenig kostenbewusst arbeiten. Nur noch verrückt.
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