Sparprogramm über zehn Milliarden
Alle VW-Marken müssen ihre Kosten senken

Einmal im Jahr berät der Volkswagen Kontrollrat über die Planungen für die kommenden Jahre. Trotz des Sparprogramms hält der Autobauer die Investitionen hoch. Schwerpunkt sind dabei SUVs.
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Wolfsburg/HamburgVolkswagen will seine Kosten konzernweit offenbar um zehn Milliarden Euro senken. Für den Gesamtkonzern könnten sich die Effizienzmaßnahmen auf diese Summe belaufen, sagte ein VW-Manager der Nachrichtenagentur Reuters am Freitag. Zu dem bereits bekannten Sparprogramm bei der Hauptmarke VW von fünf Milliarden Euro dürfte demnach nocheinmal die gleiche Summe bei den Pkw-Marken Audi, Porsche, Skoda, Seat und den VW-Nutzfahrzeugen hinzukommen. Alle Marken des Wolfsburger Konzerns müssten ihre Kosten mit Blick auf die hohen Investitionen zur Senkung des CO2-Ausstoßes, für die Elektromobilität und die Vernetzung der Autos zurückschrauben, sagte der Insider. VW wollte sich nicht dazu äußern.

Gleichzeitig hält Volkswagen trotz des angekündigten Sparprogramms an seinen Budgetplanungen für die kommenden fünf Jahre fest. Auf dem Weg an die Weltspitze plant Europas größter Autobauer binnen fünf Jahren (2015 bis Ende 2019) Investitionen in Höhe von 85,6 Milliarden Euro in Standorte, Modelle und Technologien, teilte der Konzern am Freitag nach einer Aufsichtsratssitzung in Wolfsburg mit.

Bis zum Jahr 2018 will VW auch bei der Profitabilität näher an den Toyota heranrücken. Bei der Zahl der verkauften Autos wollen die Wolfsburger in diesem Jahr an dem japanischen Weltmarktführer vorbeiziehen.

Der Kontrollrat von Volkswagen berät regelmäßig im Herbst über die Investitionen für die kommenden fünf Jahre. Im Vorjahr waren es für den Zeitraum bis 2018 insgesamt 84,2 Milliarden Euro. Mit rund 56 Prozent ist gut die Hälfte der Sachinvestitionen im Konzernbereich Automobile (64,3 Milliarden Euro) in Deutschland geplant.

„Die Höhe der geplanten Investitionen zeigt: Volkswagen investiert weiterhin mit voller Kraft in seine weltweiten Standorte und damit auch in die fast 600.000 Arbeitsplätze weltweit“, sagte Konzernbetriebsratschef Bernd Osterloh. Er betonte: „Gleichzeitig bekennt sich Volkswagen mit dieser Planungsrunde einmal mehr klar zum Standort Deutschland, was unser Unternehmen durchaus von anderen Mitbewerbern unterscheidet.“

Mit 41,3 Milliarden Euro (64 Prozent) wendet der Konzern den Hauptteil der Sachinvestitionen im Autobereich für die Modernisierung und Erweiterung der Produktpalette aller Marken auf. Schwerpunkte sind die Ausweitung der SUV-Palette.

Nach der Sparansage für die Pkw-Kernmarke durch Konzernchef Martin Winterkorn will Volkswagen die Ertragskraft durch Kostendämpfung und Effizienzsteigerung stärken. Winterkorn erklärte aber: „Effizienz heißt für uns nicht zuletzt: Wir halten die Sachinvestitionen im Konzernbereich Automobile über den gesamten Planungszeitraum auf gleichem Niveau - trotz der steigenden Anforderungen und des geplanten weiteren Wachstums.“

Im Motorenbereich sind weitere Verbesserungen bei Leistung, Verbrauch und Emissionswerten sowie die weitere Entwicklung von Hybrid- und Elektroantrieben geplant. Produktübergreifend sind 23 Milliarden Euro unter anderem für Kapazitätserweiterungen, ein neues Crafter-Werk in Polen sowie das neue Audi-Werk in Mexiko vorgesehen.

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