Sparprogramm und Stellenabbau
Evonik macht es wie Lanxess und Bayer

Der Einbruch in der Chemie trifft das nächste Unternehmen. Evonik will ab 2017 bis zu einer Viertel Milliarde Euro im Jahr sparen. Viele Stellen sollen gestrichen werden – von bis zu 1000 Betroffenen ist die Rede.
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EssenDer Essener Spezialchemiekonzern Evonik baut Personal ab und verkleinert seinen Vorstand. Bis zu 250 Millionen Euro Verwaltungskosten im Jahr sollten künftig eingespart werden, teilte das Unternehmen am Montag nach einer Aufsichtsratssitzung mit. Laut Branchenkreisen geht es um etwa 1000 Stellen. Betriebsbedingte Kündigungen sind aber ausgeschlossen.

Das Unternehmen verlängert den Schutz vor betriebsbedingten Kündigungen sogar um zwei Jahre bis Ende 2018. Aus dem Vorstand scheiden Thomas Haeberle (57) und Dahai Yu (52) zum Jahreswechsel aus. Die operative Verantwortung für das gesamte Chemiegeschäft übernimmt Patrik Wohlhauser (49), der seit 2011 im Vorstand sitzt.

Evonik hatte vor kurzem seinen Ausblick für das Gesamtjahr nach einem schwachen Start in den ersten sechs Monaten gesenkt. Angesichts gesunkener Preise für Produkte schätzt der Konzern den Umsatz für 2013 jetzt mit rund 13 Milliarden Euro etwa auf Vorjahreshöhe und das operative Ergebnis mit zwei Milliarden unter dem sehr guten Vorjahreswert von 2,4 Milliarden Euro. Mit dem jetzigen Sparprogramm wolle Evonik die Verwaltung anpassen, nachdem der ehemalige Mischkonzern sich auf die Spezialchemie konzentriert und größere Konzernteile abgegeben hatte, hieß es in der Mitteilung.

Sparprogramme hatten bereits auch der Konkurrent Lanxess und Bayer angekündigt. Lanxess will bis Ende 2015 weltweit rund 1000 Stellen streichen, Bayer in den nächsten vier Jahren bis zu 700 Jobs in seiner Kunststoff-Sparte Material Science.

Die Kürzungen bei Evonik sollen bis Ende 2016 komplett umgesetzt sein und werden vorwiegend Deutschland betreffen, da hier verstärkt Verwaltungsfunktionen angesiedelt sind. Das Essener Unternehmen mit seinen gut 33.000 Mitarbeitern war Ende April an die Börse gegangen.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Es macht mich sehr nachdenklich wenn ich Kommentare wie die von joh_mueller lese. Ich bin selbst Mitarbeiter der Evonik und brauche mir diesmal glücklicherweise keine Sorgen um meinen Arbeitsplatz. Doch in der Vergangenheit haben wir schon viele Umstrukturierungen hinter uns gebracht und nicht selten sind schlaflose Nächte und Sorgen um den Arbeitsplatz die Folge gewesen.
    Wenn ich dann lese dann in schlechten Zeiten hart gearbeitet werden und das deswegen deutsche Unternehmen gut darstehen könnte, entschuldigen Sie den Ausdruck, kotzen.
    Deutsche Unternehmen, wenn es die überhaupt noch gibt, stehen deswegen gut dar, weil hochqualifizierte und motivierte Mitarbeiter erstklassige Produkte entwickeln und herstellen. Und nicht einfach, wie so viele internationale Unternehmen einfach nur das Know How klauen oder einkaufen und dann nach machen. Der Unterschied ist und bleibt: Die einen gehen zur Arbeit und die anderen üben ihren Beruf aus.
    Mir tun meine Kollegen die von der Umstrukturierung betroffen sind, wirklich leid. Jeder der seinen Arbeitsplatz verliert ist einer zuviel. Egal ob er gekündigt, sein befristeter Vertrag nicht verlängert, oder bei irgendeiner Zeitarbeitsfirma ausgenutzt wird.
    Der Sinn von Arbeit ist, dass Menschen vernünftig und frei leben können und nicht das wenige immer reicher werden.

  • es lebe die Rendite:
    macht weiter so und glaubt an die marktkonforme Politik.
    1000 Stellen hier streichen, 2000 dort etc. Es kommen keine gute Zeiten mehr @joh_mueller. Viele Einzelschicksale oder Familienschicksale interessiert ja dem Shareholdervalue nicht. Als Arbeitnehmer hat man in diesem System schon lange verloren. Und mit neuen Innovationen Arbeitsplätze sichern....warum auch...Niederlassungen weltweit sind en vogue und lassen auch hier die Arbeitsplätze verschwinden.

  • 15000 mal 1000 sind 15Mio und nicht 13Mrd. (plus den 2Mrd Übernahmeaufschlag ;)). Aber wenn alle in NRW jeweils einen Tausi zusammenlegen, würde es gehen.

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