Sparprogramme
Pharma-Riesen specken ab

Die Pharmabranche schnallt den Gürtel enger: Seit Ende 2005 haben zehn der führenden 15 Pharmahersteller Sparprogramme aufgelegt, den angestrebten Kostensenkungen könnten weltweit 50 000 Arbeitsplätze zum Opfer fallen. Doch die Sparwelle ist noch längst nicht zu Ende.

FRANKFURT. Mit dem US-Unternehmen Bristol -Myers Squibb (BMS) schickte sich gestern der nächste Großkonzern an, ein Kostensenkungsprogramm in Milliardenhöhe zu beschließen. Das US-Unternehmen bestätigte am Mittwoch, dass bis zum Jahr 2010 etwa 4 300 Mitarbeiter oder zehn Prozent der gesamten Belegschaft gehen müssen. Besonders hart trifft es die Produktion bei BMS: Etwa die Hälfte der konzerneigenen Fabriken wird geschlossen. Insgesamt will Bristol-Myers -Chef James Cornelius damit 1,5 Mrd. Dollar sparen. Zuvor hatte US-Konkurrent Abbott die Schließung von zwei Fabriken in Irland und Kalifornien angekündigt.

Die amerikanischen Konzerne folgen damit europäischen Konkurrenten wie Glaxo -Smithkline, Astra -Zeneca und Novartis, die in den vergangenen Monaten bereits größere Einschnitte angekündigt haben. Seit Ende 2005 haben damit zehn der führenden 15 Pharmahersteller Sparprogramme aufgelegt. Sie laufen in der Summe auf den Abbau von 50 000 Arbeitsplätzen bei "Big Pharma“ oder etwa sieben Prozent der Belegschaften hinaus. Im Durchschnitt zielen die Konzerne auf eine Kostensenkung, die fünf Prozent der Umsätze entspricht.

Die Sparwelle dürfte damit kaum zu Ende sein. Ungeachtet der nach wie vor ansehnlichen operativen Renditen von durchschnittlich mehr als 25 Prozent in der Branche sehen Fachleute weiter Reserven zur Effizienzsteigerung. "Die Pharmaindustrie stand in der Vergangenheit nie so stark unter Druck wie viele andere Branchen“, sagte Pharmaexperte Olaf Toelke von Standard & Poor’s.

Hintergrund sind gedämpfte Wachstumsperspektiven. Sowohl in Europa als auch in den USA laufen in den nächsten Jahren einige besonders wichtige Patente aus. Hersteller von Nachahmer-Medikamenten (Generika) haben den Wettbewerb intensiviert.

Gleichzeitig fällt es den Pharmakonzernen schwerer, neue Produkte auf den Markt zu bringen. "Die Zahl der Neuzulassungen könnte auch im kommenden Jahr auf dem Tiefpunkt des Jahres 2007 bleiben“, warnte gestern die Ratingagentur Fitch. Ferner sind in jüngerer Zeit mehrere wichtige Produkte wegen möglicher Sicherheitsrisiken in die Schusslinie geraten. Das hat unter anderem die Perspektiven von Glaxo -Smithkline und Amgen eingetrübt.

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