Sparte an die Börse
Saint-Gobain plant Abspaltung

Der französische Baustoffkonzern will seine Verpackungssparte 2011 an die Börse bringen und sich stärker auf sein Kerngeschäft Baustoffe, Baustoffhandel und Hochleistungsmaterialien konzentrieren. Wie Analysten und Börse die Pläne beurteilen.
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PARIS. Der französische Baustoffkonzern Saint-Gobain will die Konzentration auf das Kerngeschäft Baustoffe, Baustoffhandel und Hochleistungsmaterialien vorantreiben und seine Verpackungssparte 2011 an die Börse bringen. Die Mehrheit der Sparte soll zunächst bei Saint Gobain verbleiben.

Die Börse und Analysten begrüßten die Ankündigung. "Das gibt Saint-Gobain mehr Cash um seine Entwicklung zu finanzieren, etwa Zukäufe in Emerging Markets und mittlere Deals im Bereich Handel und Energieeffizienz", so Analysten des Brokers Exane BNP Paribas.

Die zum Verkauf stehende Sparte soll "Verallia" getauft werden; sie produziert Flaschen für die Getränkeindustrie und Gefäße für die Nahrungsmittelindustrie. Der Umsatz belief sich 2009 auf 3,4 Mrd. Euro, beschäftigt sind 15 000 Mitarbeiter in zwölf Ländern. Analysten bezifferten den Wert der Sparte mit rund vier Mrd. Euro; das entspräche dem neunfachen des für dieses Jahr erwarteten Vorsteuergewinns.

"Nicht länger Teil unserer Strategie"

"Seit dem Jahr 2007 habe ich klar gemacht, dass das Verpackungsgeschäft nicht länger Teil unserer Strategie ist", erklärte Saint-Gobain-Chef Pierre-André de Chalendar. Wegen der Finanzkrise wurde Saint-Gobain die Sparte nicht los, die Franzosen wollten das Geschäft nicht verschleudern.

Denn die Sparte ist sehr rentabel: Laut einer Studie des Brokers Cheuvreux beträgt die Marge 12,7 Prozent. Damit liegt sie weit über dem Konzerndurchschnitt von 5,9 Prozent (2009). Die Rendite auf das eingesetzte Kapital liegt bei rund 14 Prozent nach Steuern.

Diesen Barmittelstrom konnte Saint-Gobain in der Krise gut gebrauchen. Aber: "Das Geschäft bietet fast keinerlei Synergien mit dem Rest der Gruppe", meint der Broker Exane. Und da das Kerngeschäft wieder anzieht, kann Saint-Gobain nun den Teilverkauf wagen - und da die Investoren wieder mutiger werden, auf einen guten Preis hoffen.

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