Spartenverkauf an Investor oder Konkurrenten geplant
Bayer bewegt den Markt für Blutplasma

Mit dem offenbar kurz bevorstehenden Verkauf der Blutplasmasparte der Bayer AG werden sich die Gewichte am Markt für die Aufarbeitung von menschlichem Blut für medizinische Zwecke sowie für blutbasierte Biotech-Medikamente verschieben.

abo/scm DÜSSELDORF. Bayer ist in dem Markt, in dem ein Verdrängungswettbewerb tobt, unter den Top-Anbietern. Bayer hatte bei der Bekanntgabe der Akquisition der Roche - OTC-Sparte durch den Leverkusener Konzern vergangene Woche bekannt gegeben, die schon im letzten Sommer angekündigte Veräußerung des Plasmageschäfts stehe kurz vor dem Abschluss.

Nach Angaben aus Investorenkreisen verhandelt Bayer mit mindestens einem Kapitalbeteiliger über den Verkauf - genannt werden Bain Capital und Carlyle. Auch Analysten erwarten eine solche Transaktion im Volumen von mindestens einer halben Milliarde Euro, weil sie als einfacher zu realisieren gilt.

Es gibt aber auch Hinweise auf eine industrielle Lösung. So kooperiert Bayer am wichtigsten Plasmamarkt, den USA, mit dem global viertgrößten Anbieter, der 420 Mill. Euro Umsatz starken spanischen Probitas Pharma SA. Das Unternehmen gehört zu knapp 40 Prozent der Morgan Grenfell Private Equity, die zum Umkreis der Deutschen Bank gezählt wird. Die Bank ist für Bayer ein wichtiger Partner beim Konzernumbau.

Probitas hat in der vergangenen Woche überraschend ihren für den 16. Juli 2004 geplanten Börsengang abgesagt. Als Begründung dafür nannte die Firma mangelndes Interesse ausländischer Investoren. Probitas hatte bis zu 44 Prozent ihres Kapitals an die Börse bringen und damit bis zu 700 Mill. Euro erlösen wollen. Den Haupteignern Morgan Grenfell und Banco Santanders Capital Riesgo Global hätte sich die Chance für einen Teilausstieg geboten.

Die Gruppe teilte mit, man halte die Kooperation mit Bayer für sehr wichtig und strebe an, zu den führenden Anbietern im Plasmageschäft aufzurücken. Eine direkte Übernahme der Bayer-Plasmasparte sei derzeit kaum realisierbar. Allerdings schloss Probitas andere Wege einer Annäherung nicht aus. Bayer kommentierte dies nicht.

Bayers Plasmageschäft setzt 600 Mill. Euro jährlich um. Vergangenes Jahr hatte der Konzern Morgan Stanley mit dem Verkauf der Sparte beauftragt. Merrill Lynch hatte diese seinerzeit auf mindestens 750 Mill. Euro Markwert taxiert.

Bayer hatte zuvor versucht, die Sparte mit dem rund 1 Mrd. Euro starken Plasmageschäft der Aventis SA zu bündeln. Nach dem Scheitern des Plans hatte Aventis Ende 2003 ihre Plasmasparte für 925 Mill. Dollar an Australiens CSL Ltd. verkauft.

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