Sparziel nach oben korrigiert
GM macht mit Autos wieder Geld

Das Kerngeschäft des krisengeschüttelten Autokonzerns General Motors hat sich im zweiten Quartal überraschend stark erholt. Das US-Unternehmen wies – bereinigt um Sonderposten – erstmals seit 2004 mit 362 Mill. Dollar wieder einen Gewinn aus.

FRANKFURT. Im Vorjahreszeitraum hatte GM operativ noch einen Verlust von 948 Mill. Dollar verzeichnet. Zu den schwarzen Zahlen trugen sowohl Nordamerika mit geringeren Verlusten als auch die profitableren Auslandsmärkte bei. Hauptursache sind erfolgreiche Sparbemühungen.

GM setzt sich damit deutlich vom Erzrivalen Ford ab, der in der vergangenen Woche mit einem Verlust von 123 Mill. Dollar negativ überrascht hatte. Die anhaltenden Verluste von GM in Nordamerika werten Analysten als Vorzeichen für die Daimler-US-Sparte Chrysler, die heute für das zweite Quartal ebenfalls ihre Zahlen präsentieren wird. Bankexperten rechnen im Schnitt damit, dass Chrysler einen drastischen Ergebniseinbruch verbucht und nur noch einen kleinen operativen Gewinn um 100 Mill. Euro erwirtschaftet hat. Im selben Vorjahreszeitraum waren es noch 544 Mill. Euro.

Die Fortschritte von GM im zweiten Quartal beruhen in erster Linie auf unerwartet großen Kostensenkungen im Rahmen der Restrukturierung, wie GM-Finanzchef Fritz Henderson in einer Telefonkonferenz darlegte. Der Opel-Mutterkonzern will nun im laufenden Jahr sechs Mrd. Dollar einsparen und damit eine Milliarde mehr als bislang angepeilt.

GM-Boss Rick Wagoner bezeichnete die Umsetzung des Restrukturierungsplans im ersten Halbjahr als „solide“. Die Kosteneinsparungen trugen vor allem auf dem weltgrößten Automarkt USA Früchte: GM wies hier nur noch einen bereinigten Verlust von 85 Mill. Dollar aus – rund eine Milliarde Dollar weniger als vor Jahresfrist. Dazu trugen vor allem die sinkenden Ausgaben für Pensionskosten bei. Im zweiten Halbjahr würden die Kostensenkungen noch deutlicher auf das Ergebnis durchschlagen, kündigte Wagoner an.

Der Quartalsbericht kann allerdings nicht verhehlen, dass GM auf seinem Heimatmarkt weiter an Boden verliert. Weil die Verkaufszahlen von Geländewagen und Pick-up-Trucks wegen anhaltend hoher Benzinpreise deutlich zurückgehen, sackte der Marktanteil der Konzernmarken weiter ab. GM ist wie Ford vom Markterfolg dieser Modelle abhängig – sind sie doch eine Spezialität der US-Hersteller.

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