Sparziele Thyssen-Krupp will eisern sparen

Der Industrieriese Thyssen-Krupp verordnete sich selbst ein hartes Sparprogramm. Das wollen die Manager des Stahlunternehmens jetzt sogar noch übertreffen und kündigen „Einsparungen“ an.
Update: 26.02.2015 - 14:59 Uhr Kommentieren
Der Essener Industriekonzern will mehr sparen denn je. Quelle: Reuters
Thyssen-Logo in Essen

Der Essener Industriekonzern will mehr sparen denn je.

(Foto: Reuters)

DüsseldorfThyssen-Krupp wird sein über mehrere Jahre laufendes Einsparziel in der Stahlsparte womöglich übertreffen. „Ich bin zuversichtlich, dass wir die 600 Millionen Euro Einsparungen im laufenden Geschäftsjahr erreichen oder übertreffen werden“, sagte der Chef von ThyssenKrupp Steel Europe, Andreas Goss, am Donnerstag der Nachrichtenagentur Reuters am Rande der „Handelsblatt-Jahrestagung Stahlmarkt 2015“ in Düsseldorf. Das Sparprogramm läuft über drei Jahre. ThyssenKrupp hatte bereits das ursprüngliche Einsparziel von 500 Millionen auf 600 Millionen Euro erhöht.

Der Stahlsparte des Konzerns machen wie der gesamten Branche der Preisdruck, Überkapazitäten und eine schwächelnde Nachfrage zu schaffen. ThyssenKrupp hatte im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres im europäischen Stahlgeschäft das Ergebnis auf 79 Millionen Euro von 18 Millionen Euro verbessert. Dies war aber in erste Linie den Kostensenkungen zu verdanken.

In der europäischen Stahlindustrie wird es nach Einschätzung von ThyssenKrupp zu Übernahmen und Zusammenschlüssen kommen. „Über kurz oder lang wird es weitere Konsolidierungen im Markt geben müssen“, sagte der Goss. Nicht alle Anbieter könnten überleben. Offen sei allerdings, wann es zur Konsolidierung kommen werde. ThyssenKrupp bereite sich jedenfalls darauf vor und wolle die Entwicklung aus einer Position der Stärke mitgestalten. So versuche der Konzern konsequent, seine Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen.

„Wir können auf absehbare Zeit nicht mit einer deutlichen Entlastung durch neues Wachstum rechnen“, sagte der Manager. Die Schwerindustrie leidet seit Jahren unter einer schwächelnden Nachfrage insbesondere in Südeuropa, dem Preisdruck und Überkapazitäten. „Über die Höhe der Überkapazitäten kursieren je nach Interessenlage mal höhere mal niedrigere Schätzungen“, sagte Goss. Er selbst nannte keine Zahl. Der Präsident der Wirtschaftsvereinigung Stahl, Hans Jürgen Kerkhoff, bezifferte die Höhe der Überkapazitäten in der EU auf 25 bis 30 Millionen Tonnen. Das wäre mehr als doppelt soviel, wie die 12,2 Millionen Tonnen, die ThyssenKrupp im vergangenen Jahr hergestellt hat.

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