Spatenstich am Freitag
Gas-Pipeline durch die Ostsee wird Realität

Das lange geplante Projekt einer Gaspipeline von Russland durch die Ostsee nach Deutschland nimmt Gestalt an. Am Freitag will der russische Gasmonopolist Gazprom zusammen mit seinen beiden deutschen Partnern Eon Ruhrgas und BASF den ersten Spatenstich für das umstrittene Milliardenprojekt tun.

HB DÜSSELDORF. Mit dem Bau der 1200 Kilometer langen Leitung wird in Tscherepowetz nahe St. Petersburg begonnen. Dort endet eine Land-Pipeline, die Erdgas aus Sibirien bringt. An der Zeremonie nehmen neben dem russischen Ministerpräsident Michail Fradkow auch Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) und der Ministerpräsident von Mecklenburg-Vorpommern, Harald Ringstorff (SPD), teil.

„Mit der Verschweißung der ersten Pipeline-Rohre startet eines der größten Projekte nicht nur der deutsch-russischen, sondern auch der europäischen Zusammenarbeit im Energiebereich“, lobte Glos das Vorhaben. Durch die Pipeline werde die EU erstmals direkt mit den russischen Gasvorkommen verbunden. In Deutschland soll die Pipeline in der Nähe von Greifswald enden.

Die direkte Verbindung ist vielen osteuropäischen Staaten ein Dorn im Auge. Vor allem Polen und die baltischen Staaten beklagen, sie seien umgangen worden. Die Deutschen hätten nur ihren eigenen Vorteil im Blick und vernachlässigten ihre Pflichten als EU-Partner, lautet ihr Vorwurf. Das Projekt wird in östlichen Hauptstädten als Produkt der Männerfreundschaft zwischen dem russischen Präsidenten Wladimir Putin und Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder interpretiert.

Tatsächlich planen die Russen schon seit vielen Jahren eine Gaspipeline, die sie unabhängig von den Transitländern macht. Bislang liefert Gazprom ihr Erdgas über zwei Pipelines nach Westeuropa: Eine führt über die Ukraine und die Slowakei, die andere über Weißrussland und Polen. Als Transitländer bekommen diese Staaten Gazprom-Erdgas billiger als die Endkunden in Westeuopa. Alternativ zur Ostseepipeline war zunächst auch die so genannte Bernstein-Pipeline über die baltischen Staaten und Polen im Gespräch. Bei den Landleitungen hatte Gazprom immer wieder Probleme mit Gas-Diebstahl, auch das spricht für eine See-Verbindung.

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