Energiewende
Windkraft will die Atomlücke schließen

Politiker überbieten sich mit Szenarien für den raschen Ausstieg aus der Atomkraft. Doch wer soll künftig den Energiebedarf decken? Die Windkraft will die Chance nutzen und sich als leistungsstarke Alternative empfehlen.

HannoverDie Windindustrie hat sich für die Energiewende in Stellung gebracht. Die Stände der Windradbauer Enercon, Nordex und Repower füllen eine komplette Halle auf der Hannover Messe. Die Aufmerksamkeit ist ihnen gewiss. Gestern schaute Kanzleramtschef Roland Pofalla (CDU) beim Rundgang zum Messeauftakt vorbei. Für heute hat sich Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) angekündigt. Die Politiker wollen wissen, wie leistungsfähig die Windindustrie ist.

Die neu erwachte Skepsis gegenüber der Atomkraft könnte den Herstellern von Windanlagen neuen Schub geben. Die Branche will die Chance nutzen und präsentiert sich als leistungsfähige Alternative. "Wir können künftig mehr als 65 Prozent des deutschen Strombedarfs decken", sagte Hermann Albers, Präsident des Bundesverbandes Wind in einem Interview mit dem Handelsblatt. Damit könne die Branche die Lücke schließen, die durch den Ausstieg aus der Atomenergie entstehe.

Das ergeben Berechnungen einer aktuellen Studie, die der Branchenverband und das Fraunhofer Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik (IWES), Kassel, heute in Hannover vorstellen. Demnach können in Deutschland zwei Prozent der Landfläche für Windkraftanlagen genutzt werden. Damit will er die Zahl der in Deutschland installierten Windkraftanlagen von 27 Gigawatt auf 198 Gigawatt steigern.

Große Hoffnungen setzt Albers deshalb auf Bayern und Baden-Württemberg, die bislang Windkraftanlagen abgelehnt haben. "Unsere Studie zeigt: Das Windenergiepotenzial ist dort am größten", sagte Albers.

Seit dem Reaktorunglück in Japan ist nichts mehr wie es war. Deutschlands Energieversorgung wird umgerüstet, sind sich Vertreter der Industrie einig. Weniger Atomkraft, dafür mehr Strom aus Wind und Sonne.

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