Erneuerbare Energien
Windkraftbranche will Netzausbau selbst vorantreiben

Die Verbreitung der Windenergie wird in Deutschland momentan von der stockenden Anbindung an die Netze begrenzt. Nun will die Branche den Ausbau selbst in die Hand nehmen. Ganz ohne die Politik geht es allerdings nicht.
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HannoverDie Windkraftbranche will einen Teil des weiterhin stockenden Netzausbaus in Deutschland in die eigene Hand nehmen und den erneuerbaren Energien so zusätzlichen Schub verleihen. Der Präsident des Bundesverbands Windenergie (BWE), Hermann Albers, forderte die Bundesregierung am Dienstag am Rande der Hannover Messe auf, ein Konzept zur Finanzierung und rechtlichen Absicherung für den Bau sogenannter Einspeisenetze zu entwickeln. Diese lokalen Teilnetze könnten die Stromerzeugung einzelner Anlagen oder Windparks bündeln und Schnittstellen zu den überregionalen Übertragungsnetzen bilden.

Eine im Auftrag des Verbandes erarbeitete Studie der Beratungsfirma Ecofys habe mögliche Einsparpotenziale und eine Beschleunigung des Netzausbaus durch eigene Einspeisenetze der Anlagenbetreiber deutlich gemacht, sagte Albers: „Es gibt nichts Günstigeres, als solche Puffer zu bilden, in denen man das Netz ausbaut.“ Auch die Akzeptanz in der Bevölkerung lasse sich so verbessern: „Wir gehen davon aus, dass in diesem Bereich überwiegend Erdkabel eingesetzt werden.“ Grundsätzlich verlaufe der Netzausbau in der Bundesrepublik zu schleppend, etliche Windkraftunternehmen würden bereits darunter leiden: „Ein Jahr nach Fukushima geht es uns nicht unbedingt besser“, berichtete Albers.

Mit Blick auf die wachsende Konkurrenz aus China gab sich der BWE-Chef gelassen: „Ich glaube, dass die europäische und deutsche Windindustrie hervorragend aufgestellt ist.“ Das Vordringen von mittlerweile fünf chinesischen Anbietern unter die weltweiten Top Ten liege vor allem an der imensen Größe des chinesischen Heimatmarktes. „Es ist klar, dass die Chinesen da ihre Stärken ausspielen.“

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Erneuerbare Energien: Windkraftbranche will Netzausbau selbst vorantreiben"

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  • Hermann Albers, forderte die Bundesregierung am Dienstag am Rande der Hannover Messe auf, ein Konzept zur Finanzierung und rechtlichen Absicherung für den Bau sogenannter Einspeisenetze zu entwickeln.
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    Ja,klar, so einfach ist das .
    Genau das ist der Punkt , es wir keine Einigung in absehbarer zeit geben !
    Die , die noch vor einigen Monaten "abschalten sofort" brüllten , protestieren heute gegen Energietrassen (ober oder unterirdisch ) gegen Windmühlen in Sichtweite ihrer Häuser , gegen den bau von unvermeidlichen Versorgungswegen
    gegen ... gegen.... gegen .
    Schaffen sie für Deutschland eine akzeptable Grundlast die mit Kernkraftwerken bereitgestellt werden muss (wenn der CO 2 Ausstoß noch eine rolle spielt , geht es eben nur mit Kernkraft ).
    Dann können sie nach und nach die Versorgung und den Transport der EE ausbauen , wenn das gesichert ist können sie auf Kernkraft verzichten , nicht vorher !!!

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