Geschäfte in China
Evonik-Ausstieg zeigt Gefahren für deutsche Unternehmen

Tausende deutsche Firmen sind in China aktiv. Auf der Hannover Messe sucht das Gastland weitere Partner, doch Joint Ventures sind ein Auslaufmodell für deutsche Firmen im Reich der Mitte - das zeigt der Fall Evonik.
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PekingDer abrupte Ausstieg von Evonik aus seinem Gemeinschaftsunternehmen in China verdeutlicht die Gefahren für deutsche Firmen im Reich der Mitte. Mindestens zwei Jahre hatte der Essener Spezialchemiekonzern versucht, seine Probleme mit dem chinesischen Management seines Joint Ventures in Yingkou (Provinz Liaoning) in Nordostchina zu lösen. Als ihr deutscher Geschäftsführer Ende 2010 verprügelt wurde, wandte sich das Unternehmen erst hilfesuchend an die Behörden in Deutschland.

Doch dann entschied sich Evonik am Ende, die Sache „lieber unter dem Deckel zu halten“, wohl um seine Geschäfte in China nicht zu beeinträchtigen. Solche Rücksichtnahme üben auch andere deutsche Firmen bei Problemen in China immer wieder, wie informierte Kreise der Nachrichtenagentur dpa in Peking berichteten. Viele wollen sich auch nicht den Vorwurf machen lassen, selbst gescheitert zu sein oder „ihre Hausaufgaben nicht gemacht“ zu haben, wie es dann gerne heißt.

Die schlechten Erfahrungen bei Evonik Sanzheng Fine Chemicals, das jetzt aufgelöst wird, werfen ein unerfreuliches Schlaglicht auf die Wirtschaftskooperation zwischen Deutschland und China, die im Mittelpunkt der diesjährigen Hannover Messe steht. Rund 5.000 deutsche Unternehmen sind heute schon mit rund 200.000 Mitarbeitern in China tätig. Bundeskanzlerin Angela Merkel wird mit Chinas Regierungschef Wen Jiabao am Sonntag die weltgrößte Technologieschau eröffnen. Es wird der größte Auftritt eines Gastlandes in Hannover. Auch ist es die umfassendste Präsentation chinesischer Unternehmen, die nicht nur ihre neue Leistungsfähigkeit präsentieren wollen, sondern auch Kooperationspartner suchen.

Korruption und manipulierte Bücher wie bei Evonik sind aber „häufige Probleme“, wie es in deutschen Wirtschaftskreisen in Peking heißt. Die Nachricht, dass der Chemiekonzern „den Saustall“ in China zumachen wolle, überraschte die 650 Mitarbeiter in Yingkou. „Hier ist alles normal“, berichtete eine chinesische Mitarbeiterin am Telefon der dpa in Peking. „Ich habe nichts davon gehört, dass jetzt das Ende kommt.“ Aber wenn beide Seiten das Joint Venture auflösen wollten, müsse das durch ein längeres Verfahren laufen, sagte sie.

Der chinesische Teilhaber und Manager Liu Zhixun, der hinter den Problemen stecken soll, war nicht zu erreichen. „Er ist auf Reisen“, hieß es. Trotz des Eklats und der schweren Vorwürfe wegen Schmiergeldern ist Liu Zhixun weiter im Unternehmen tätig. „Es ist ja schließlich Teilhaber.“ 2005 hatte der frühere Degussa-Konzern, der später in Evonik aufging, das Joint Venture mit dem Geschäftsmann gegründet. 65 Prozent hält die deutsche Seite.

Anfangs sah alles gut aus. Dann stimmten die Zahlen nicht mehr so recht. Die Probleme eskalierten, als ein neu entsandter deutscher Chef zusammengeschlagen wurde. „Es gab Übergriffe auf den Manager“, bestätigte eine Quelle. Die interne Revision wurde auf den Plan gerufen. Heute will Evonik das Joint Venture „so schnell wie möglich beenden“. Bis zum Auslaufen des Joint Venture soll der Betrieb vor Ort aber möglichst normal weiterlaufen. Was jetzt passiere, „hängt von den Verhandlungspartnern ab“, heißt es in informierten Kreisen.

„Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende“, kommentierten Wirtschaftskreise in Peking den Fall. Die Erfahrungen seien nicht untypisch. „Ich kenne viele Geschichten, wo der Joint Venture-Partner nebenher eigene Geschäfte macht, Technologie absaugt oder sogar eine ähnliche Fabrik nebenan baut.“ Wegen solch schmerzlicher Erfahrungen entschieden sich deutsche Unternehmen in China auch zunehmend dafür, statt Joint Ventures lieber Firmen komplett im Eigenbesitz in China zu gründen.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • da auch in Deutschland Mobbing, Wirtschaftsverbrechen und Korruption den Alltag bestimmen, sollte Deutschland aufhören, seinen schwachen wirtschaftlichen Auftritt in überlegenen Mächten wie China als Folge von dortiger Korruption zu verkaufen. Deutschland ist ein Fliegenpiss auf der Landkarte, Deutschland ist geprägt von faschistischen Strukturen, Deutschland misshandelt und entrechtet die eigene Bevölkerung - gerade und besonders gerne Leistungsträger, wenn diese sich weigern, Teil der deutschen Mafiastrukturen zu werden - und behandelt die Bevölkerung und die Machthaber von Staaten wie China ohne Respekt. Unter dem Vorwand von Menschenrechtsverletzungen - die in Deutschland ebenso häufig begangen, aber mit mehr Gewalt vertuscht werden - wird versucht, die kommende Vormachtstellung Chinas zu untergraben. Der Deutsche wird sich seiner Winzigkeit bewusst. In Deutschland kann eine Merkel das Patent eines russischen Ingenieurs problemlos für eine Firma wie Siemens stehlen und den Ingenieur als angeblichen Stalker wegsperren lassen, in China erlebt sie ihre Machtlosigkeit. In Deutschland kann durch die Justiz im Gefängnis und auch in den Wohnungen der Opfer gefoltert und gemordet werden - alles im Einverständnis mit dem geistigen Proletariat in der Bevölkerung, das sich ohnehin ausschließlich mit Hilfe von Mobbing Strukturen Macht verschaffen kann und dies auch tut (die Tatsache, dass der niedrige IQ in Deutschland aufgrund von Gewalt und Inzest und gekauften Uni-Abschlüssen und Doktorentiteln eine so große Masse in der Bevölkerung ausmacht, macht dies noch leichter) - den Chinesen wird ein vollstrecktes Todesurteil auf Basis geltenden Gesetzes als Menschenrechtsverletzung ausgelegt. In Deutschland werden Mörder und Gewalttäter, sowie natürlich Menschenhändler protegiert, nicht hingerichtet. Der Deutsche hat in China nichts verloren. Deutschlands letzte wirtschaftliche Hoffnung war China, der Chinese indes hat deutschen Nazi längst durchschaut.

  • Wir sollten endlich damit aufhören, China den Galgen zu verkaufen, an dem es uns später aufhängen will ...

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