Hannover Messe
Deutsche Firmen kritisieren China

Das Partnerland der diesjährigen Leistungsschau ist China. Zum Messestart aber gibt es auch Misstöne: Firmen beklagen Wettbewerbsverzerrungen.
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BerliNormalerweise begegnen deutsche Wirtschaftsbosse chinesischen Regierungsvertretern mit asiatischer Höflichkeit. In ausladenden chinesischen Besprechungszimmern bringen sie Kritik - wenn überhaupt - nur zurückhaltend an. Zu groß ist das Risiko, dass Chinesen verschnupft reagieren und eventuell Marktzugänge versperren.

Doch das Dilemma für die deutsche Wirtschaft wächst: Einerseits werden der Markt und der Handel mit China immer bedeutender - das Land ist Deutschlands wichtigster Handelspartner in Asien, es ist der drittwichtigste Handelspartner weltweit (nach Frankreich und den Niederlanden), und auch 2011 haben die deutschen Exporte dorthin um 20,4 Prozent zugelegt.

Andererseits verschärft Peking Auflagen und Wettbewerb mit ausländischen Firmen über eine einseitige Förderung eigener Unternehmen. Der Frust in der deutschen Industrie ist inzwischen so groß, dass die Unternehmen sich zusammentun und ihre Kritik deutlich aussprechen.

Noch vor Beginn der gestern eröffneten Hannover Messe und dem dortigen Treffen von Bundeskanzlerin Angela Merkel mit dem chinesischen Premier Wen Jiabao haben die großen deutschen China-Investoren der Bundesregierung ihre wachsenden Sorgen über die Wettbewerbsbenachteiligungen in China geklagt. Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) verschärft entsprechend den Ton gegenüber Peking und warnt: "Trotz der guten wirtschaftlichen Beziehungen sehe ich noch Verbesserungsbedarf", sagte er dem Handelsblatt.

Es sei wichtig, dass die chinesische Regierung ihren WTO-Verpflichtungen vollumfänglich nachkomme und die bestehenden Handelsbeschränkungen bei Rohstoffen zügig abbaue. Rösler begrüßte zwar die guten Wirtschaftsbeziehungen, die sich auch im Besuch des chinesischen Premiers Wen und Chinas Auftritt als Partnerland der Hannover Messe zeigten. Doch beim Zugang zum chinesischen Markt, insbesondere im Dienstleistungsbereich sollten den Ankündigungen auf chinesischer Seite nun Taten folgen, forderte der Bundeswirtschaftsminister. "Ein weiterer bedeutender Punkt ist aus meiner Sicht auch der schwierige Zugang ausländischer Anbieter zum chinesischen Beschaffungsmarkt", sagte Rösler.

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