Hannover Messe
"Sehr, sehr großes Potenzial für Siemens"

Siemens neuer Sektor soll es richten: Vom neuen Bereich "Infrastructure and Cities" erhofft sich der Industriekonzern großes Wachstumspotential - und setzt auf einen schnellen Ausbau der Marktanteile.
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HannoverDer Siemens-Konzern hat ehrgeizige Ziele mit seinem neuen Sektor "Infrastructure and Cities". Der Markt für das Geschäft mit den großen Städten liege aktuell bei 300 Milliarden Euro , sagte der Chef des neuen Bereichs, Roland Busch, auf der Hannover Messe. 80 Milliarden davon würden von der öffentlichen Hand vergeben, bis 2015 sollen es schon 100 Milliarden Euro sein.  "Das ist ein sehr, sehr großes Potenzial für Siemens."

Derzeit liege der Weltmarktanteil von Siemens im Gesamtgeschäft bei zehn Prozent, sagte Busch bei seinem ersten öffentlichen Auftritt. "Unser Ziel ist es, Marktanteile zu gewinnen." Siemens wolle im neuen Sektor schneller wachsen als die Wettbewerber.

In dem neuen Sektor bündelt Siemens das Geschäft mit den rasch wachsenden Megacities dieser Welt. Er setzt sich zusammen aus der Gebäude- und Verkehrstechnik sowie der Energieverteilung. Zum Start kommt der neue Bereich auf 16,5 Milliarden Euro Umsatz.

Ansonsten läuft es bei Siemens derzeit weiter rund - so langsam zeichnet sich aber eine Beruhigung des lebhaften Geschäfts ab. Im abgelaufenen Quartal sei der Auftragseingang erneut prozentual zweistellig gewachsen, sagte Finanzvorstand Joe Kaeser vor Analysten. Auch der Umsatz sei im Vergleich zum Vorjahreszeitraum deutlich gestiegen. "Ich gehe aber davon aus, dass sich das Wachstum in der zweiten Jahreshälfte beruhigen wird."

Konkret deute Kaeser an, dass der Umsatz von 16,5 auf gut 17,6 Milliarden Euro gestiegen sein dürfte. Der Auftragseingan ist von 16,2 auf etwa knapp 20,8 Milliarden Euro gestiegen. Konkrete Zahlen nennt Siemens bei der ersten Quartalsbeschau noch nicht, sondern Kaeser vergleicht mit den Vorquartalen und den Vorjahreszeiträumen.

Auch beim Gewinn im fortgeführten Geschäft lag im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2010/11 über dem Vorjahreswert von 1,4 Milliarden Euro - aber unter dem Wert des ersten Quartals von 1,9 Milliarden Euro. Der erwartete Gewinn aus dem Verkauf von Areva-NP-Anteilen ist da noch nicht eingerechnet.

Axel Höpner
Axel Höpner
Handelsblatt / Büroleiter München

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