Vorzeigebranche unter Druck
Maschinenbauer tricksen Rivalen aus China aus

Der Newcomer China rückt dem Platzhirsch Deutschland im globalen Maschinenmarkt immer dichter auf die Pelle. Wie deutsche Hersteller verhindern, dass Wettbewerber sie mit preiswerteren Kopien um das Geschäft bringen.
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DüsseldorfDas interne Papier umfasst 57 Seiten, und es mahnt zur Eile. Der Maschinenbau-Verband VDMA hat die Wettbewerbsstärke von Konkurrenten aus China untersucht und fordert rasche Reaktionen: „Der deutsche Maschinen- und Anlagenbau muss Antworten auf die chinesische Herausforderung finden“, heißt es in der Studie, die der Verband für seine Mitgliedsunternehmen angefertigt hat und die der WirtschaftsWoche vorliegt.

Danach ist die Wirtschaftsmacht China nicht nur wichtigster Absatzmarkt für in Deutschland hergestellte Investitionsgüter. Das Land ist gleichzeitig zum weltgrößten Hersteller von Maschinen aufgestiegen und exportiert diese in wachsenden Mengen selber. Laut VDMA-Studie rückt der Newcomer China damit dem Platzhirsch Deutschland im globalen Maschinenmarkt immer dichter „auf die Pelle“.

Dadurch gerät eine deutsche Vorzeigebranche unter Druck. Der Maschinen- und Anlagenbau ist mit rund 6000 meist mittelständischen Unternehmen der größte industrielle Arbeitgeber in Deutschland und beschäftigt mehr als 900.000 Menschen. Die Branche erzielte mit ihren technisch ausgefeilten Geräten 2010 einen Jahresumsatz von 173 Milliarden Euro.

Drei Viertel der Produktion gehen in den Export. So gehören beim Handel mit China Maschinen aus Deutschland zu den gefragtesten Produkten (siehe Grafik). Doch immer stärker sind es die Chinesen, die ihren deutschen Lieferanten Marktanteile streitig machen.

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  • Tja, das kommt davon. Es war zu erwarten, dass es so gehen wird. Aber keine Angst, bald ist das ja nicht mehr nötig, weil in der Zwischenzeit studieren genügend Chinesen hier, um sich den Rest des Wissens auch noch zu holen.

    Wie lautet das chinesische Sprichwort so schön, wenn du Bienen fangen willst, dann musst du Honig schmieren.

  • Ich bin baff vor Erstaunen über die arglose Naivität vieler Verantwortlicher in der deutschen Industrie und Politik. Auch VW transferiert fröhlich know-how nach China, obwohl spätestens die Geschichte um den Transrapid selbst die Langsamsten hätte aufhorchen lassen müssen. Prof. Sievert brauchte keine zwei Stunden um einem die Grundzüge konfuzianischer Kultur zu vermitteln, wonach man diese Umgangsweisen und Folgen von know-how Transfers freiwilliger oder unfreiwilliger Art glasklar verstehen und prognostizieren konnte. Unsere Unis und Fachhochschulen sind voll mit Chinesischen Studenten. Wie klug, oh liberal-hochtechnisiertes Deutschland.

    Man hat des Kamels Nase unters Zelt gelassen und wundert sich nun, dass es drinnen eng wird.
    Klug ist irgendwie anders.

  • Der Witz ist, die Entscheidungsträger dieser Unternehmen sind allen Ernstes der Meinung, die Chinesen würden sie auch nur einen Fuß in Ihre Anlage im Falle des technischen Vorsprungs lassen. Von nachhaltiger Firmenpolitik ist schon lange keine Rede mehr.

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