Spekulation um Stada vom Tisch
Teva schluckt Ivax

Teva stürmt zurück an die Weltspitze der Generikabranche. Der israelische Generikahersteller übernimmt für 7,4 Milliarden Dollar den US-Wettbewerber Ivax. Dies dürfte die Spekulationen um eine Übernahme des deutschen Generika-Spezialisten Stada durch die Israelis beenden. Die Stada-Aktie ging dennoch auf Talfahrt.

HB CHICAGO. „Unsere beiden Unternehmen zusammenzubringen wird unsere Führungsposition in der weltweiten Generikabranche deutlich stärken“, erklärte Teva-Chef Israel Makov am Montag in einer Pressemitteilung. Teva werde 26 Dollar pro Ivax-Aktie oder 0,8471 Teva-US-Hinterlegungsscheine (ADR) zahlen. Die Führungsspitzen beider Konzerne hätten dem Zukauf zugestimmt. Mit Ivax werde Teva auf einen Jahresumsatz von mehr als sieben Mrd. Dollar kommen und in mehr als 50 Ländern tätig sein. Die Aktie der Bad Vilbeler Stada, bislang ein heißer Kandidat für eine Übernahme durch Teva, büßte am Montag mehr als drei Prozent auf 27,57 € ein. „Damit ist die Fantasie aus der Stada-Aktie erst einmal raus“, sagte ein Händler in Frankfurt.

Der Kaufpreis von 26 Dollar je Ivax-Aktie entspricht einem Aufschlag von 14 % auf den Schlusskurs der Ivax-Aktie vom Freitag. Die Übernahme solle bis Ende des Jahres oder Anfang 2006 abgeschlossen sein, teilte Teva mit. Sie solle sich schon im ersten Jahr positiv auswirken. Nach der Übernahme würden Ivax-Aktionäre rund 15 % an Teva halten.

Vor wenigen Monaten erst hatte der Schweizer Novartis-Konzern mit der milliardenschweren Übernahme der deutschen Hexal und des US-Unternehmens Eon Labs die Israelis an der Weltspitze der Generikabranche verdrängt. Die Novartis-Generikatochter Sandoz kommt nach früheren Novartis-Angaben mit den Zukäufen auf einen Pro-forma-Umsatz von etwa 5,1 Mrd. Dollar im Jahr 2004.

Teva ist mit einem Börsenwert von fast 20 Mrd. Dollar das größte börsengelistete Unternehmen Israels. Ivax kommt auf eine Marktkapitalisierung von sechs Mrd. Dollar. Die Übernahme muss noch von den Kartellwächtern in den USA und in Europa abgesegnet werden. Sie wäre die bislang größte durch ein israelisches Unternehmen. Beide Unternehmen würden gut zueinander passen, teilte Teva mit. Zusammen mit Ivax käme Teva auf 25 000 Beschäftigte.

Der Markt für Nachahmermedikamente gilt als ein Wachstumssegment für die Pharmabranche, da die Bevölkerung in den Industrienationen immer älter wird und die Nachfrage nach günstigen Medikamenten steigt. Zudem drängen viele Regierungen auf den Einsatz von preisgünstigen Arzneimitteln auf Grund des Kostendrucks in ihren Gesundheitssystemen. Die Konsolidierung in der Branche läuft bereits auf Hochtouren. Große Mitspieler versuchen ihre Marktposition weltweit auszubauen und ihre Kosten gleichzeitig zu senken.

Analysten hatten eine Übernahme von Ivax als strategisch sinnvoll für den israelischen Konzern gewertet. Die finanziellen Folgen seien aber noch nicht abzuschätzen. „Es gibt eine Menge Überlappungen, insbesondere in den USA in der Generika- Pipeline“, hatte Ori Hershkovits vom israelischen Brokerhaus Leader & Co gesagt, nachdem Teva in Reaktion auf einen Zeitungsbericht zunächst nur Übernahmegespräche bestätigt hatte. Manchmal könnten Produktionsstätten geschlossen werden, ergänzte er. Nach Einschätzung von Frances Cloud von Nomura in London könnte Ivax Teva eine gute Position bei der Anfechtung von Patenten einiger recht anspruchsvoller Produkte verschaffen. Zudem käme Teva dadurch zu einer bedeutenden Marktstellung in Osteuropa mit Geschäften in Polen, Tschechien und Russland.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%