Spekulationen um den Autobauer
Blackstone zeigt Interesse an Chrysler

Die Private-Equity-Gesellschaft Blackstone Group gilt als führender Bewerber für den Kauf der US-Tochter der DaimlerChrysler AG. Unterdessen kritisierte DaimlerChrysler-Gesamtbetriebsratschef Erich Klemm die Strategie des Konzerns bei der Sanierung der US-Sparte scharf.

HB AUBURN HILL. Eine detaillierte Analyse der finanziellen und geschäftlichen Situation sei bereits im Gange, schrieb die Zeitung „Detroit News“. Zunächst kommentierten auf Anfrage der Nachrichtenagentur AP weder Blackstone noch Chrysler den Bericht. Über die Zukunft von Chrysler wird angesichts der hohen Verluste der US-Sparte seit Wochen spekuliert.

Unterdessen kritisierte DaimlerChrysler-Gesamtbetriebsratschef Erich Klemm die Strategie des Konzerns bei der Sanierung der US-Sparte scharf. Die in der vergangenen Woche abgesegnete Kooperation zwischen Chrysler und dem chinesischen Autobauer Chery sei wirtschaftlich nicht sinnvoll, sagte er den „Stuttgarter Nachrichten“ am Wochenende. „Von anderen konstruierte und gebaute Autos unter einer unserer Konzernmarken zu vertreiben, halte ich für den falschen Weg.“ Es sei zu befürchten, dass Chrysler damit zum Türöffner für die Chinesen auf dem amerikanischen und europäischen Markt werden könnte.

Blackstone ist jedoch längst nicht der einzige potenzielle Bieter. Neben dem US-Konkurrenten General Motors (GM) und anderen Finanzinvestoren erwägen auch der kanadische Zulieferer Magna sowie der chinesische Autobauer FAW ein Gebot für die angeschlagene US-Sparte der Stuttgarter. Nach Angaben der Autogewerkschaft CAW ist Magna International an Teilen oder auch dem gesamten Autohersteller interessiert. Magna-Co-Chef Donald Walker wollte sich vor wenigen Tagen auf einer Telefonkonferenz jedoch nicht konkret zu den Informationen äußern, sagte aber, man beobachte die Situation sehr genau.

Einige Wochen nach dem Paukenschlag von Auburn Hills zeichnen sich damit erste mögliche Perspektiven für die Zukunft des angeschlagenen US-Autobauers ab. Daimler-Chrysler-Chef Dieter Zetsche hatte Mitte Februar am Chrysler-Stammsitz angekündigt, zusätzlich zu einem neuen Sparprogramm alle Optionen für Chrysler zu prüfen, was auch eine Partnerschaft oder einen Verkauf einschließt. Die US-Sparte leidet an Absatzproblemen, weil die Amerikaner sich von schweren Geländewagen und Pickups abwenden, und verhagelte Daimler die Konzernbilanz 2006 mit einem Milliardenverlust.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%