Spekulationen um großen Vorstandsumbau
Volkswagen streicht ehrgeizige China-Pläne zusammen

Der VW-Konzern hat seine Investitionsplanung auf dem chinesischen Markt deutlich nach unten korrigiert. Ursprünglich sollten die Kapazitäten in den chinesischen Gemeinschaftsunternehmen in den kommenden beiden Jahren für 2,7 Mrd. Euro ausgebaut werden. Diese Pläne strich der Aufsichtsrat am Freitag auf 2,1 Mrd. Euro zusammen.

HB FRANKFURT. Die Regierung in Peking hatte Konsumentenkredite erschwert, um eine Überhitzung der Konjunktur zu vermeiden. Die Automobilnachfrage, die zuvor zweistellig gewachsen war, kühlte sich daraufhin deutlich ab. Besonders VW-Konkurrent General Motors reagierte mit massiven Preiszugeständnissen und zwang VW, seine Autos deutlich billiger zu verkaufen. VW operiere in China zurzeit nur noch „nahe der Gewinnschwelle“, wie VW-Finanzchef Hans Dieter Pötsch einräumte.

Auch die konzernweiten Sachinvestitionen sollen 2005 und 2006 um sechs Prozent auf 11,8 Mrd. Euro sinken. Damit würde die Investitionsquote unter sieben Prozent liegen – niedriger als in der Vergangenheit, aber immer noch über dem Niveau wichtiger Wettbewerber. Insgesamt will VW bis 2006 im Bereich Automobile 16,3 Mrd. Euro investieren. Allein für die Modernisierung und Erneuerung der Produktpalette wird VW 7,7 Mrd. Euro aufwenden.

Wie erwartet wird Konzernvorstand Jens Neumann das Gremium zum Jahresende verlassen. Finanzchef Pötsch übernimmt von ihm den Bereich Controlling und Rechnungswesen, VW-Chef Bernd Pischetsrieder die strategischen Aufgaben. Gleichzeitig wurde der ehemalige Chrysler-Vize Wolfgang Bernhard zum 1. Februar 2005 zum Vorstandsmitglied der Volkswagen AG ernannt. Der amtierende Produktionschef Folker Weißgerber wird den Konzernvorstand spätestens im März verlassen. Weißgerber feiert im März 2005 seinen 63. Geburtstag und ist von VW-Chef Pischetsrieder für diesen Zeitpunkt nach China beordert. Weißgerber werden Probleme bei Produktionsanläufen sowie dem schleppenden Absatz der Luxuskarosse Phaeton angekreidet.

Die Personalien geben nun Spekulationen über einen großen Management-Umbau neue Nahrung. „Der Spiegel“ berichtet, auch der für die VW-Marken zuständige Entwicklungschef Wilfried Bockelmann werde VW im Frühjahr verlassen. Auch diese Personalie käme nicht überraschend. Der Name Bockelmann tauchte in der Vergangenheit im Zusammenhang mit dem schleppenden Phaeton-Verkauf sowie mit Mängeln in der Modellpalette auf. „Wir kommentieren Personal-Spekulationen grundsätzlich nicht“, sagte ein VW-Sprecher gestern dazu.

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