Spekulationen um Sparte
Fonds wollen Lindes Gabelstapler kaufen

Angelsächsische Finanzinvestoren stehen beim Wiesbadener Mischkonzern Linde Schlange, um dessen Gabelstapler-Sparte zu kaufen. Doch der Konzern ist sich noch gar nicht sicher, wie er den Unternehmensteil loswerden will. Neben dem Verkauf im Stück gibt es noch eine zweite Möglichkeit.

FRANKFURT. Als Interessenten werden in Finanzkreisen die Private-Equity-Häuser Apax, BC Partners, Blackstone, Cinven, CVC, KKR und Permira genannt. Dabei soll die Beteiligungsgesellschaft Apax einen kleinen Vorteil haben. Der Finanzinvestor habe bereits 2005 Verkaufsgespräche mit Linde geführt. Sie seien im Herbst 2005 abgebrochen und erst jüngst wieder aufgenommen worden, berichten Insider. Linde wollte die neueste Entwicklung nicht kommentieren. Befragte Finanzinvestoren gaben keinen Kommentar ab.

Die Wiesbadener haben am Montag eine verbindliche Offerte für den Erwerb des britischen Gaseunternehmens BOC abgegeben. Den Aktionären bietet Linde 16 Pfund je Aktie. Insgesamt bezahlt Linde für den Konkurrenten mehr als zwölf Mrd. Euro und rückt mit dem Kauf zum weltweit größten Hersteller von Industriegasen auf. Die Übernahme ist die bisher größte Akquisition in der Chemiebranche. Sie kommt nach den Berechnungen des Finanzdatenanbieters Dealogic noch vor dem Kauf von Union Carbide durch Dow Chemical im Jahr 1999 mit einem Volumen von 9,5 Mrd. Dollar.

Ein Verkauf der Gabelstapler-Sparte in Teilen kommt für den Linde-Chef Wolfgang Reitzle nicht in Frage. „Reitzle hat uns zugesichert, dass es bei einer Veräußerung zu keiner Filetierung der Staplersparte kommt“, erklärt Still-Betriebsratschef Kay Pietsch im Anschluss an einer Betriebsversammlung der Linde-Tochter Still in Hamburg. Daran hatte Reitzle gestern überraschend teilgenommen, um die Mitarbeiter zu beruhigen. Die Gabelstaplersparte besteht aus den Marken Linde, Still sowie der italienischen OM. Laut Pietsch geht der Linde-Chef davon aus, dass der Verkaufsprozess voraussichtlich erst im Herbst eingeleitet wird, wenn die Zustimmung der Kartellbehörden vorliegt.

Reitzle hat angekündigt, Linde zu einem reinen Gasekonzern umzubauen. Die Gabelstapler-Sparte erwirtschaftete zuletzt mit rund 3,6 Mrd. Euro gut ein Drittel des Konzernumsatzes. Analysten schätzen, dass der Verkauf rund drei Mrd. Euro erbringen wird. Reitzle braucht den Erlös zur Finanzierung der BOC-Übernahme. Unter der Führung von Deutsche Bank und Morgan Stanley stellen insgesamt fünf Institute Linde einen Brückenkredit über 15 Mrd. Euro zur Verfügung.

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