Spekulationen um Tom Enders Airbus-Aufsichtsrat kündigt Wechsel im Top-Management an

Stehen die Zeichen für Airbus-Chef Tom Enders auf Abschied? Chefkontrolleur Denis Ranque heizt mit einem Interview die Spekulationen neu an. Schon am Donnerstag könnte eine Entscheidung fallen.
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Verlängert er seinen laufenden Vertrag, der im März 2019 endet? Quelle: Reuters
Airbus-Chef Tom Enders

Verlängert er seinen laufenden Vertrag, der im März 2019 endet?

(Foto: Reuters)

ToulouseDer Luftfahrt- und Rüstungskonzern Airbus bereitet sich nun auch offiziell auf Veränderungen im Topmanagement vor. „Es werden einige Änderungen notwendig sein, aber es ist noch viel zu früh zu sagen, wann, wie, und wen es betrifft“, sagte Aufsichtsratschef Denis Ranque im Interview mit der „Financial Times“ (FT). Es gebe keinen strengen Zeitplan. Man achte auf Stabilität und Kontinuität.

Bei einer Sitzung des Gremiums an diesem Donnerstag soll es Insidern zufolge um Nachfolgeplanungen für Konzernchef Tom Enders und seinen Stellvertreter Fabrice Brégier gehen, dem Chef des Verkehrsflugzeug-Geschäfts. Ranque wollte sich zu der Agenda der Sitzung in der „FT“ nicht äußern.

Laut einem Bericht der französischen Zeitung „Le Figaro“ könnten am Ende sowohl Enders als auch Brégier das Unternehmen verlassen. Airbus hatte am Dienstagabend von „reinen Spekulationen“ gesprochen. Bei Enders soll es dem Bericht zufolge darum gehen, dass er seinen laufenden Vertrag, der im März 2019 endet, nicht verlängert.

Derzeit halten Korruptionsermittlungen in Großbritannien und Frankreich Airbus in Atem. Erschwerend hinzu kommen immer wieder technische Probleme, zuletzt bei Triebwerken von Mittelstreckenjets. Schon vor einigen Wochen war in Medienberichten über eine Ablösung von Enders spekuliert worden. Die Bundesregierung hatte daraufhin Anfang November mitgeteilt, sie sehe keinen Anlass, über die Zukunft des Airbus-Chefs nachzudenken.

Airbus ist ein Politikum. Deutschland und Frankreich halten jeweils 11,1 Prozent der Anteile an dem Luftfahrt- und Rüstungskonzern, Spanien weitere 4,2 Prozent. Der Deutsche Enders steht seit 2012 an der Spitze des Konzerns, der damals noch EADS hieß. Der Franzose Brégier ist als Chef des wichtigen Verkehrsflugzeug-Geschäfts die Nummer zwei.

Das sind die größten Luftfahrtkonzerne der Welt
Platz 10: Safran
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Der französische Konzern verbuchte 2016 einen Ertrag von 18,2 Milliarden Dollar (Vorjahr: 18,0 Milliarden). Safran ist nach Rolls-Royce Europas zweitgrößter Hersteller von Flugmotoren und Strahltriebwerken. In puncto Ertragswachstum lagen die europäischen Unternehmen mit 3,7 Prozent klar vor der US-Konkurrenz (2,4 Prozent) und setzten damit den Trend des Vorjahres fort.

(Quelle: Deloitte Global Aerospace & Defence Sector Financial Performance Study 2017)

Platz 9: Raytheon
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Der US-Hersteller produziert vor allem für das Militär. Der Rüstungskonzern erreichte 2016 einen Ertrag von 24,1 Milliarden Dollar (Vorjahr: 23,2 Milliarden ). Dank der leistungsstarken US-Rüstungsindustrie und einer hohen weltweiten Nachfrage wuchsen die Erträge im militärischen Sektor bei den US-Unternehmen insgesamt um 2,1 Prozent.

Platz 8: BAE Systems
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Der britische Rüstungs- und Luftfahrtkonzern kletterte in der Rangliste vom neunten auf den achten Platz. 2016 betrug der Ertrag 24,1 Milliarden Dollar (Vorjahr: 22,8 Milliarden). In Europa legte der Ertrag im militärischen Sektor laut Studie um insgesamt 0,6 Prozent zu.

Platz 7: Northrop Grumman
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Der US-Hersteller von Rüstungstechnik für Luft- und Raumfahrt machte 2016 einen Ertrag von 24,5 Milliarden Dollar (Vorjahr: 23,5 Milliarden Dollar). Die Wachstumsrate der Gesamtbranche fiel von 3,8 Prozent im Jahr 2015 auf 2,4 Prozent im Jahr 2016. Sie war damit immer noch um 0,1 Prozentpunkte höher als das globale Wirtschaftswachstum.

Platz 6: GE Aviation
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Das Unternehmen gehört zur US-Konzern General Electric. Der Konzern erzielte 2016 einen Ertrag in Höhe von 26,3 Milliarden Dollar (Vorjahr: 24,7 Milliarden). GE Aviation stellt Flugzeugtriebwerke für den zivilen und den militärischen Gebrauch her. Insgesamt zeigte die Luftfahrtbranche 2016 bei einem Gesamtertrag von 674,4 Milliarden Dollar ein verlangsamtes Wachstum.

Platz 5: United Technologies
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Der US-Hersteller von Technologieprodukten hat seinen Hauptsitz in Connecticut. Neben Luft- und Raumfahrt ist der Konzern auch in den Bereichen Klimaanlagen, Aufzugsanlagen und Rolltreppen tätig. Der Ertrag im Luftfahrtbereich lag 2016 bei 28,9 Milliarden Dollar (Vorjahr: 27,8 Milliarden Dollar).

Platz 4: General Dynamics
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Der Konzern ist neben Boeing der größte Hersteller von Lenkflugkörpern in den USA. Der Konzern baut neben Raketen auch Hubschrauber sowie Panzer und fertigte 1954 mit der USS Nautilus das erste nuklearbetriebene U-Boot der Welt. Im vergangenen Jahr betrug der Ertrag 31,4 Milliarden Dollar (Vorjahr: 31,5 Milliarden).

Der Konzern erwägt zudem eine Drosselung der Produktion seines Großraumflugzeugs A380. Es werde über eine Verringerung auf sechs bis sieben Maschinen pro Jahr nachgedacht, sagte Brégier am Donnerstag in Singapur. Allerdings gebe es noch keine endgültige Entscheidung.

Schon 2018 wolle Airbus nur noch zwölf und 2019 nur noch acht Jets des Typs herstellen. Der Höhepunkt der Jahresproduktion hatte einst bei 30 Flugzeugen gelegen. Kleinere Maschinen als der A380 gelten als effizienter.

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4 Kommentare zu "Spekulationen um Tom Enders: Airbus-Aufsichtsrat kündigt Wechsel im Top-Management an"

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  • .....sorry...

    .....Korrektur....von mir...
    ......muß es heißen.....

    ...vergessen wurde....Rheinmetall in DDF.....Zusammenarbeit mit Nexter France....



  • .....ja....es ist so....wie schon unter mir geschrieben wurde..
    ....können wir nur liefern....und die anderen bauen....und kassieren technisches Wissen....über die sogenannte "Freundschaft"....
    ...vergessen wurde nicht.... Rheinmetall in DDF....Zusammenarbeit mit Nexter France....in Sachen Leopard....unser Vorzeige-Gerät....fürs Militär....
    ...ist doch reizvoll....das technische Know How....kennen zu lernen....es einzusehen....und es kostenlos....in kommende Generationen....der Kriegsgeräte des Nachbarn einzubauen.....
    ....und so geht es weiter....mit der Lieferung....unseres Wissens....
    ....haben es die Kriegsmächte....nach dem von uns angezettelten und verlorenen Krieg....so gewollt.....Deutschland....ständig und bleibend....anzuzapfen....
    ....und Adenauer....vor lauter Freude....über den neuen Freund de Gaulle....alles um sich vergaß....um ihn....den neuen französischen Freund.....zu huldigen....
    verkehrt?.......nein.....
    ....aber....die weitsichtigen Konsequenzen daraus....nicht bedacht wurden....
    ...wurde klar....und ist heute immer noch klar....daß wir diese Schuld...nicht abtragen können....
    ....laufen wir also heute....morgen...und Übermorgen....noch mit einem.....schuldhaften Gewissen herum?.....ja...so ist es....
    ....das werden wir nicht los....nie und nimmer....

    ...und so ist zu Airbus....und der zukünftigen Personalie....zu sagen....Tom Enders....muß an der Spitze von Airbus bleiben....und zwar absolut und zuverlässig..
    .....wird er "abgesägt"....können wir Deutschen....unseren proportionalen Anteil an Airbus.....in der Schublade lassen....
    ....sind wir dann....nur noch Handlanger beim französischem Freund....und zur Bedeutungslosigkeit abgestempelt....
    ....die Gewichte der Verantwortung im Unternehmen....nach Drinnen und Draußen....die psychologischen Auswirkungen...wären und sind für Deutschland
    ...wieder einmal niederschmetternd....und für andere Interessenten eine Einladung..
    .....ist es so?...ja....so ist es....

  • @ Herr Karl Gross: gute Analyse!
    Deutsche Politiker üben sich in Sozialromantik, statt Flüchtlinge über UN-HCR wirkliche Hilfe zukommen zu lassen, werden Sie nach Deutschland eingeladen:
    Brexit und Streit in der EU sind die Folge und keine stabile Regierung in Deutschland.
    Der Niedergang von EON, RWE, Deutscher Bank und Commerzbank wird so hingenommen - UNIPER wandert an die Finnen Fortum - auch ich denke - den deutschen Politikern ist das egal!
    Bitte beziehen Sie in Ihren Gedanken zusätzlich folgende Problematik mit ein:
    USA senkt Unternehmenssteuern von 35 auf 20% - in Deutschland sind sie bei 30%. USA/GB haben ca. 50% der Anteile an Großkonzernen Deutschlands.
    Da liegt es nahe, dass sehr bald Konzerne und Arbeitsplätze in die USA verlagert werden.
    ARMES DEUTSCHLAND - DIR GEHÖREN DEINE KONZERNE NICHT
    - Frankreich ist nach meiner Einschätzung wohl nicht ganz so ein großes Problem - Franzosen sind wenigstens vernünftig und vertreten ihre Interessen weitgehend auch sozial durchdacht! Vive la France! Ich sehe mich da eher als Europäer....

  • Vive la France. Während in Deutsch-Französischen Partnerschaften die Politik die Weichen stellt, das EDF in Deutschland Strom verkauft aber Deutsche Konzerne dies in Frankreich nicht tun, das der TGV nach München fährt aber kein ICE nach Lyon, das alle Kontrollen bei Airbus in Toulouse bei Franzosen hängen und die Deutschen ein bisschen in Hamburg bauen dürfen., ist das allen deutschen Politikern ist egal! Deutschland wird weiter ausgebeutet.

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