Spekulationen um Übernahme
Continental fürchtet um seine Reifenmarge

Der Hannoveraner Autozulieferer und Reifenhersteller Continental fürchtet angesichts der gestiegenen Preise für Rohstoffe und Energie um seine Rendite im Reifengeschäft. Übernahmegerüchte wollte Conti indes nicht kommentieren.

DÜSSELDORF. „Im ersten Halbjahr konnten wir nicht die Marge des Vorjahres erzielen. Auch für das Gesamtjahr bin ich vorsichtig“, sagte Contis PKW-Reifenvorstand Alan Hippe dem Handelsblatt. Im Jahr 2007 erzielten die Niedersachsen in dieser Sparte mit 14,8 Prozent Umsatzrendite das beste Ergebnis. Der Konzern kam insgesamt auf 10,1 Prozent

Eine Stellungnahme zu den Gerüchten, der fränkische Autozulieferer Schaeffler wolle Continental übernehmen, lehnte Hippe ab. Nach einem Bericht der britischen „Financial Times“ hat das Familienunternehmen aus Herzogenaurach Conti ein Angebot vorgeschlagen, das den hannoverschen Autozulieferer mit mehr als zehn Milliarden Euro bewertet. Schaeffler arbeite Kreisen zufolge mit der Royal Bank of Scotland (RBS) zusammen und sei notfalls auch zu einer feindlichen Übernahme bereit.

Die Rohstoffkosten belasteten laut Hippe den Bereich Autoreifen allein im ersten Quartal mit 16 Mill. Euro. Um die explodierenden Rohstoffkosten zu dämpfen, setzt der Conti-Vorstand neben den jüngst angekündigten Preiserhöhungen verstärkt auf die Wiederaufbereitung des Reifenmaterials Kautschuk. „Recycling muss eine größere Rolle spielen. Wir wollen früher in der Wertschöpfungskette zugreifen. Das lohnt sich“, sagte Hippe

Zudem will Conti neue Lieferanten in den Schwellenländern erschließen, um die Preise zu drücken. „Wir müssen den Wettbewerb unter unseren Zulieferern anheizen. Dazu werden wir unser Know-how an neue Zulieferer in den Emerging Markets weitergeben“, kündigte der Manager an

Hoffnungen macht sich Hippe am Expansionskurs des Kunden Volkswagen teilzuhaben. Der Aufsichtsrat von Europas führendem Autobauer soll am Dienstag die Pläne für eine Produktion in den Vereinigten Staaten verabschieden. „Von einem VW-Werk in den USA werden wir profitieren. Unsere Stärke in Europa nützt uns, wenn unsere europäischen Kunden in den USA fertigen“, sagte Hippe dem Handelsblatt.

Mark C. Schneider
Mark C. Schneider
Handelsblatt / Redakteur
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