Spekulationen um Übernahme
Salzgitter fühlt sich sicher

Während die Übernahmeverhandlungen zwischen Mittal Steel und Arcelor weiter auf Hochtouren laufen, steht der zweitgrößte deutsche Stahlhersteller Salzgitter nach eigener Auffassung auf der sicheren Seite. Denn noch hat der Konzern einen zuverlässigen Verbündeten im Kampf gegen Übernahmen.

HB HANNOVER. „Es gibt keine Gespräche wegen einer Übernahme“, sagte Salzgitter-Sprecher Bernd Gersdorff am Montag. Im vergangenen Jahr allerdings habe Mittal Steel Interesse an Salzgitter gezeigt, dieses aber nicht weiter verfolgt. Derzeit versucht der weltweite Branchenprimus Mittal Steel, die Nummer zwei Arcelor zu schlucken. Kommt es zu dem Zusammenschluss, sieht Salzgitter als Nischenanbieter eher Vorteile für das eigene Geschäft.

Im Zuge der von Mittal Steel geplanten Fusion legte die Salzgitter-Aktie im Handelsverlauf 4,4 Prozent zu auf 58,19 Euro. Bereits am Freitag, als Mittal das Übernahmeangebot bekannt gegeben hatte, war die im MDax gelistete Salzgitter-Aktie um acht Prozent nach oben geschnellt.

„Wir fühlen uns durch die Sperrminorität des Landes Niedersachsen vor einer feindlichen Übernahme ausreichend geschützt“, sagte Gersdorff. Niedersachsen ist mit 25,2 Prozent an Salzgitter beteiligt und hat mehrfach zugesichert, die Anteile bis mindestens 2010 zu halten. So sieht es der Koalitionsvertrag der CDU/FDP-Landesregierung vor. Salzgitter selbst hält knapp zehn Prozent eigene Aktien.

Mit einer Fusion von Mittal Steel und Arcelor habe man rechnen müssen, sagte der Salzgitter-Sprecher. „Unser Ziel bleibt dagegen Eigenständigkeit durch Wachstum und Profitabilität“, betonte er. „Unsere Situation als Nischenanbieter wird eigentlich besser.“ Salzgitter stelle zum Beispiel für die Autoindustrie Spezialstahl her. Hier laufe die Produktion in enger Abstimmung mit den Kunden. Die Stahlriesen dagegen setzten auf große Mengen und Standardprodukte.

Auch HVB-Analyst Christian Obst sieht bei einer Fusion von Mittal Steel und Arcelor für Salzgitter keine Gefahr. „Da ist noch genügend Platz für kleinere Anbieter“, sagte er. „Salzgitter hat bislang von Fusionen auf dem Stahlmarkt profitiert, warum sollten sie es in Zukunft nicht auch tun.“ Obst zeigte sich überzeugt, dass Salzgitter gut alleine überleben kann. Der Konzern sei nicht nur Spezialist bei Stahlprodukten, auch das Röhrengeschäft laufe gut. Für die nächsten zwei bis drei Jahre sei Salzgitter sehr gut ausgelastet.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%