Spekulationen um Vorsitz
Thyssen-Krupp-Chef winkt bei Kohlestiftung ab

Nachdem weitgehend geklärt ist, dass Werner Müller RAG-Chef bleibt und nicht an die Spitze der neuen Kohlestiftung rückt, beginnt die Suche nach einem Ersatz. Der in einem Pressebericht genannte Thyssen-Krupp-Chef Ekkehard Schulz hat aber schon abgewunken. Die Zeit drängt.

HB/str MÜNCHEN/BERLIN/DÜSSELDORF. Der ThyssenKrupp-Chef sei von keiner Seite auf eine Übernahme dieser Position angesprochen worden, teilte der Konzern am Mittwoch mit. „Meine persönliche Lebensplanung für die Zeit nach meinem Vertrag bei der Thyssen-Krupp AG sieht eine Übernahme des Stiftungsvorsitzes der RAG-Stiftung nicht vor“, sagte Schulz. Schulz' Vertrag als Vorstandschef des Stahlkonzerns läuft bis Anfang 2009.

„Focus Online“ hatte unter Berufung auf Berliner Regierungskreise berichtet, Schulz sei der Wunschkandidat von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Wirtschaftsminister Michael Glos (CSU) für den Stiftungsvorsitz. Allerdings werde Schulz erst mit Auslaufen seines Vertrages zum 1. April 2009 zur Verfügung stehen..

Das Bundeswirtschaftsministerium wollte die Meldung nicht kommentieren. In Regierungskreisen hieß es, zwar gehöre Schulz theoretisch dem Kreis potenzieller Kandidaten an; weder aus dem Bundeskanzleramt noch aus dem Wirtschaftsressort seien jedoch bislang Verhandlungen mit dem Thyssen-Krupp-Chef bekannt geworden. Wer jetzt gezielt bestimmte Namen spiele, tue dies wahrscheinlich eher mit der Absicht, diese Kandidaten aus dem Rennen zu werfen.

Die Zeit für die Kandidatenfrage drängt. Bereits Mitte nächster Woche wird eine neue Kohlerunde tagen. Dabei soll es auch um die Frage gehen, wer an der Spitze der Kohlestiftung stehen soll.

Eigentlich hatte RAG-Chef Werner Müller diesen Posten übernehmen wollen. Gegen seine Ernennung hatte es aber starken Widerstand aus der Politik gegeben. Kanzleramtsminister Thomas de Maizière (CDU) hatte dem Handelsblatt zum Wochenanfang gesagt, Müller werde Vorstandschef des neuen, börsennotierten Unternehmens. Im Gegenzug verzichte er auf den Stiftungsvorsitz. In Wirtschaftskreisen hieß es, Müller habe diesen Kompromiss akzeptiert.

Wie die Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch unter Berufung auf RAG-Aufsichtsratskreise meldet, hat das Kontrollgremium entschieden, den Vertrag von Müller als Konzernchef auf der nächsten regulären Sitzung am 13. Juni um vier Jahre zu verlängern. Die vierjährige Laufzeit erkläre sich daraus, dass der neue Vertrag gelte, bis Müller das 65. Lebensjahr erreicht habe.

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