Sperrminorität erreicht
Stiftung schützt Thyssen-Krupp vor Feinden

Der Industriekonzern Thyssen-Krupp fürchtet offenbar, im Zuge der Konsolidierung in der Stahlindustrie Ziel einer feindlichen Übernahme zu werden. Möglichen Kaufgelüsten anderer Stahlkonzerne hat der Großaktionär Alfried-Krupp-von-Bohlen-und-Halbach-Stiftung nun einen Riegel vorgeschoben.

HB/mjh FRANKFURT. Die Stiftung halte seit dem 21. Dezember 25,10 Prozent an dem Unternehmen, teilte Thyssen-Krupp am Freitag in einer Finanzanzeige mit. Das beudeutet, dass die Stiftung nun eine Sperrminorität besitzt. Bis dahin waren es 23,71 Prozent. Ihr Paket ist an der Börse rund 4,6 Mrd. Euro wert. Die Stiftung soll nach dem Willen von Vorstandschef Ekkehard Schulz nun auch drei statt zwei Sitze im Aufsichtsrat erhalten.

Seine Aufsichtsrats-Pläne hatte Schulz bereits Anfang Dezember veröffentlicht. Demnach soll die Hauptversammlung am 19. Januar 2007 eine Satzungsänderung beschließen, die der Stiftung ein Entsendungsrecht sichern würde. Insgesamt gehören dem Kontrollgremium 20 Personen an. Gemeinsam mit den 10 Arbeitnehmervertretern hätte die Stiftung eine komfortable Mehrheit im Aufsichtsrat, selbst für den Fall, dass ein Angreifer die Aktienmehrheit über die Börse erwirbt. „Das ist ein klares Übernahmehindernis“, sagt ein Aktienrechtsexperte.

Die Stiftung stehe zum Erhalt von Thyssen-Krupp in seiner heutigen Form, hatte Schulz gesagt. Mögliche Käufer würden damit wohl vorsichtig, rechtfertigte er den Schutzschild. „Wir können nicht ausschließen, dass wir ein Übernahmekandidat waren.“

Ende Juni hatte der weltgrößte Stahlproduzent Mittal Steel für 26 Mrd. Euro die europäische Nummer eins Arcelor geschluckt und damit eine neue Übernahmewelle in der Branche ausgelöst. Derzeit liefern sich Tata Steel und CSN ein Bietergefecht um Corus.

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