Sperrminorität
Susanne Klatten attackiert VW im Kampf um SGL Carbon

Susanne Klatten hat mit SGL Carbon Großes vor: Die Quandt-Erbin und BMW-Aktionärin stockt ihre Beteiligung beim Grafitspezialisten auf. Die spannende Frage ist, wie der Autobauer VW reagiert, der auch Anteile besitzt.
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Frankfurt/HamburgSusanne Klatten schafft im Kampf um die Mehrheit bei SGL Carbon Fakten: Die Quandt-Erbin und BMW-Aktionärin stockt ihre Beteiligung beim Wiesbadener Grafitspezialisten auf. Ihre Investmentgesellschaft habe bei SGL die Schwelle von 25 Prozent überschritten und am 11. Mai 26,98 Prozent der Stimmrechte gehalten, teilte das MDax-Unternehmen am Mittwoch mit. Damit geht Klatten im Kampf mit VW um die Macht bei SGL auf Nummer sicher.

Innerhalb der nächsten zwölf Monate wolle die Beteiligungsgesellschaft der Großaktionärin zudem Wandlungsrechte auf SGL-Aktien ausüben, wodurch die Beteiligung dann auf rund 29 Prozent erhöht werde. Mit der Investition werde ein langfristiges strategisches Engagement bei SGL angestrebt. Eine Komplettübernahme ist aber momentan nicht geplant: "Wir haben derzeit keine Übernahmepläne", sagte ein Skion-Sprecher.

An der Börse kam die Nachricht gut an. Die SGL-Aktie gewann 1,85 Prozent auf 34,38 Euro. Es sei sehr wahrscheinlich gewesen, dass Skion eine Sperrminorität bei SGL anstrebe, schrieben die Analysten der DZ Bank: „Allerdings sind die angepeilten 29 Prozent eine gewisse Überraschung, was aus unserer Perspektive eine starke Bindung anzeigt.“

Anfang April hat die SGL-Führung kräftig Aktien des Unternehmens gekauft: Für rund vier Millionen Euro erwarb das Management rund 112 300 Anteilsscheine. Der Vorstand habe 1,6 Millionen Euro, Mitglieder des weiteren Managements rund 2,3 Millionen Euro in SGL-Aktien investiert.

Volkswagen hingegen plant derzeit keine Aufstockung seines Anteils an SGL. "Eine Erhöhung, die über zehn Prozent gehen würde, ist derzeit nicht geplant", sagte ein VW-Sprecher am Mittwoch. Der Autobauer war erst im Februar überraschend mit acht Prozent bei dem Unternehmen eingestiegen, um vom Wachstum der Firma zu profitieren. Der Wolfsburger Autobauer hatte seinen SGL-Anteil jüngst auf 9,9 Prozent erhöht.

Wer damals Martin Winterkorn nach dem Einstieg von Volkswagen beim Leichtbauspezialisten SGL Carbon nach dem Zweck des Deals fragte, dem stellte er eine Gegenfrage: "Haben Sie einen Pullover an?" Findet sich jemand mit Woll-Oberteil, wird der VW-Chef handgreiflich, zeigt auf die groben Maschen, deren Luft Wärme speichern. Karbon dagegen sei wie ein dicht gewebter Anzug, verdeutlicht Winterkorn mit Griff zum Revers seines Brioni-Zweireihers.

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Kommentare zu " Sperrminorität: Susanne Klatten attackiert VW im Kampf um SGL Carbon"

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  • Und was machen die anderen Autobauer dieser Welt? Was planen die Amerikaner, also Ford, GM und Co.? Früher oder später werden die sicherlich auch verstärkt auf Carbon setzen. In Amerika wäre dann Hexcel Corp. ein interessanter Partner, der schon jetzt im Flugzeugbau Boing UND Airbus beliefert.
    Wäre schön, wenn es im Handeslblatt eine Serie über Firmen gibt, die stark am Thema Carbon dran sind. Sei es als Nutzer oder Liferant.

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