Spezialchemiegesellschaft
Nicht nur Finanzinvestoren an Cognis interessiert

Nach Informationen aus Branchenkreisen sind neben Finanzinvestoren auch BASF und die britische Spezialchemiefirma Croda an der Spezialchemiegesellschaft Cognis interessiert.

HB FRANKFURT. „Croda ist interessiert, BASF hat sich das in der Vergangenheit angesehen und schaut es sich jetzt an. Die Beteiligungsgesellschaften wie Apollo, Bain, BC Partners, Blackstone und CVC gehören zu den Interessenten“, sagte eine informierte Person aus der Branche am Freitag. Cognis könne den Eignern 2,5 bis 2,7 Mrd. Euro einbringen. Croda und BASF lehnten einen Kommentar ab.

Cognis, die 1999 aus dem Chemiebereich von Henkel hervorgegangen war, gehört seit 2001 den Beteiligungsfirmen Permira, Goldman Sachs Capital Partners und SV Life Sciences. Noch in diesem Jahr soll die Entscheidung über die Zukunft des Unternehmens getroffen werden. „Alle Optionen sind offen. Ein Börsengang ist möglich, aber auch ein Verkauf an eine Private-Equity-Firma oder an einen strategischen Investor“, hatte Konzernchef Antonio Trius gesagt.

Die informierte Person sagte, BASF sei nur interessiert, wenn Cognis günstig zu haben sei. Einige Teile von Cognis seien auf die Basischemie ausgerichtet, woran die Ludwigshafener kein Interesse hätten. Attraktiv sei für BASF aber, dass Cognis in Deutschland sitze. Croda interessiere das Ölchemiegeschäft von Cognis und das Geschäft mit der Kosmetikbranche. Dagegen stelle sich für Finanzinvestoren die Frage, was sie mit Cognis machen könnten, wozu Goldman und Permira fünf Jahre lang nicht in der Lage gewesen wären. Der Spezialchemiekonzern hat seine Kunden unter anderen in der Ernährungs- und Kosmetikindustrie sowie in der Textil- und Kunststoffbranche.

Wie die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ am Freitag berichtete, hoffen die Eigner auf einen Wert des Unternehmens von mindestens 3,2 Mrd. Euro einschließlich Schulden. Dies würde dem Neunfachen des Ergebnisses vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen (Ebitda) und Sonderposten entsprechen. Die Eigner bevorzugten grundsätzlich einen Verkauf. Sollte sich das Marktumfeld bis Jahresende allerdings nochmals verbessern, dann steige die Wahrscheinlichkeit für einen Börsengang. Eine Cognis-Sprecherin sagte dazu: „Eine Entscheidung über eine Variante ist definitiv noch nicht gefallen.“ Es gebe keine Liste bevorzugter Interessenten. Formelle Verkaufsgespräche hätten noch nicht stattgefunden, sagte sie.

Cognis war im vergangenen Jahr unter anderem wegen hoher Wertberichtigungen im Oleochemie-Bereich tiefer in die roten Zahlen gerutscht. Der Nettoverlust weitete sich auf 136 Mill. Euro von zuvor 27 Mill. Euro aus. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sowie vor Sondereinflüssen ging dagegen nur um 1,7 Prozent auf 356 Mill. Euro zurück. Nach Firmenangaben konnten gestiegene Rohstoff- und Energiekosten durch Kostensenkungen in der Produktion und Verwaltung beim operativen Gewinn nicht ganz aufgefangen werden. Der Konzernumsatz legte dagegen um 3,3 Prozent auf 3,18 Mrd. Euro zu.

Die BASF-Aktie legte bis zum Nachmittag 0,26 Prozent auf 64,31 Euro zu. Die Croda-Aktie gewann an der Londoner Börse 0,31 Prozent auf 481 Pence.

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