Spezialchemiekonzern: Wacker Chemie erzielt kleinen Gewinn

Spezialchemiekonzern
Wacker Chemie erzielt kleinen Gewinn

Der Abwärtstrend soll endlich gestoppt werden: Nach einem mäßigen Jahresergebnis setzt Wacker Chemie nun auf 2014. Eine positive Meldung gibt es schon: Der Zollstreit mit China ist beigelegt.
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MünchenDer Spezialchemiekonzern Wacker macht nach langer Talfahrt einen Silberstreif am Horizont aus. Nach einem kräftigen Gewinneinbruch als Folge der Solarkrise im vergangenen Jahr soll es 2014 aufwärts gehen, versprach Vorstandschef Rudolf Staudigl am Dienstag. „Nach zwei herausfordernden Jahren bin ich für 2014 optimistischer“, erklärte er. Vor allem im Geschäft mit hochreinen Ausgangsstoffen für die Solar- und Halbleiterwirtschaft sei eine Trendwende in Sicht. Insgesamt habe das Geschäft in den ersten zwei Monaten des Jahres bereits deutlich angezogen. Im ersten Quartal werde der Umsatz über 1,1 Milliarden Euro und somit über dem Vorjahreswert liegen.

Im vergangenen Gesamtjahr haben die Münchner nur dank ihres Sparkurses knapp die Gewinnzone erreicht. Der massive Verfall der Preise hochreinen Siliziums, das zu besten Zeiten teurer als Silber gehandelt wurde, setzt dem Traditionsunternehmen zu. Unter dem Strich stand 2013 ein Konzernergebnis von 6,3 Millionen Euro, 95 Prozent weniger als vor einem Jahr. Die Eigentümer um die mehrheitlich beteiligte Gründerfamilie Wacker sollen dennoch eine Dividende von 50 Cent je Aktie bekommen, zuletzt waren es 60 Cent.

Für das laufende Jahr erwartet das auf Silizium- und Silikonprodukte spezialisierte Haus, dass der Umsatz um fünf Prozent von zuletzt 4,48 Milliarden Euro steigt. Das operative Ergebnis (Ebitda) soll um ein Zehntel von knapp 679 Millionen Euro zulegen. Auch der Nettogewinn soll sich im laufenden Jahr erholen. Vor allem der Erwerb der Mehrheit eines Gemeinschaftsunternehmens mit Samsung werde sich auszahlen, sagte Finanzvorstand Joachim Rauhut.

Weltweit setzt das hundert Jahre alte Unternehmen ungeachtet der Krise in Deutschland auf den weiteren Ausbau der Solartechnik, für die Wacker den Grundstoff liefert. „Wir erwarten, dass unser Polysiliziumgeschäft im Umsatz wachsen wird. Dabei helfen sollen nicht nur höhere Absatzmengen. Wir sehen auch Chancen für eine leichte Erholung bei den Preisen“, sagte Staudigl.

Im Streit um Importsilizium für China hat sich Wacker unterdessen mit der Regierung geeinigt. Wacker habe dem Wirtschaftsministerium in Peking Mindestpreise für das graue Halbmetall aus seiner europäischen Fertigung zugesichert. Im Gegenzug bleibe das Traditionsunternehmen von Strafzöllen verschont. Die Vereinbarung gelte bis Frühjahr 2016, hieß es.

Die Wacker-Spitze machte sich erneut für eine Entlastung beim Strompreis stark. Während die Preise für Rohstoffe zuletzt sogar leicht rückläufig gewesen seien, dürfte die Stromrechnung weiterhin höher ausfallen. Die Reaktoren des Konzerns vor allem in Burghausen und Nünchritz verschlingen Unmengen Energie. Rund 3700 Gigawattstunden Elektrizität braucht Wacker im Jahr in Deutschland, fast ein Prozent der gesamten Strommenge des Landes. Je nach Ausgang des Gipfeltreffens in Brüssel am Donnerstag drohten dem Unternehmen Mehrbelastungen zwischen zehn und 50 Millionen Euro, rechnete Vorstand Tobias Ohler vor.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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