Spezialitätengeschäft hat großen Anteil an Bilanz 2004
Südzucker wird weniger süß

Südzucker wandelt sich immer mehr vom reinen Zuckerhersteller zum Spezialitätenanbieter. Mit Tiefkühlpizzen und anderen Leckereien soll dem drohenden Preisverfall beim süßen Stammgeschäft begegnet werden.

HB MANNHEIM. „2005 wird das Jahr der Spezialitäten sein“, prognostizierte Finanzvorstand Christoph Kirsch auf der Bilanzpressekonferenz am Mittwoch in Mannheim. Der Konzernumsatz werde im Geschäftsjahr 2005/06 (zum 28. Februar) trotz sinkender Erlöse und unbefriedigender Preise im noch dominierenden Zucker-Geschäft um sechs Prozent auf 5,1 Milliarden Euro steigen. Bei Gewinnprognosen hielt sich das Unternehmen bedeckt.

Für das mit hohen Investitionen ausgebaute Geschäft mit Spezialitäten wie Fruchtsaft-Konzentraten rechnet Europas größter Zuckerkonzern mit deutlichen Zuwächsen. Das Spezialitäten-Geschäft werde als Wachstumstreiber den osteuropäischen Zuckermarkt ablösen, der dem Konzern 2004/2005 zu einem zweistelligen Gewinnwachstum verholfen hatte.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr hatte Südzucker vor allem von der Erweiterung der Europäischen Union nach Osteuropa profitiert und bei einem um 5,5 Prozent auf 4,83 Milliarden Euro gestiegenen Umsatz dank höherer Gewinnmargen operativ deutlich mehr verdient als 2003. Der operative Gewinn wuchs schneller als der Umsatz um 9,2 Prozent auf 523 Millionen Euro. Der Überschuss erhöhte sich vor allem durch den Verkauf von strategisch nicht mehr wichtigen Beteiligungen um gut 17 Prozent auf 298 Millionen Euro.

Die Aktionäre sollen deshalb nach zwei Geschäftsjahren mit stabilen Dividenden eine um zehn Prozent erhöhte Ausschüttung von 55 Cent je Aktie erhalten.

Angesichts der für 2006 erwarteten deutlichen Senkung der durch die Europäische union festgelegten Garantiepreise für Zucker schlägt Südzucker seit längerem eine Doppelstrategie ein: Für Zucker sollen in Brasilien neue, günstige Rohstoffmärkte erschlossen werden; mit den Spezialitäten wie Tiefkühlpizza, Stärke und Fruchtstückchen soll Wachstum generiert werden.

Zuletzt trugen die hochmargigeren Spezialitäten 31 Prozent zum Ergebnis bei und erwirtschafteten 27 Prozent des Umsatzes. Im laufenden Geschäftsjahr soll der Gewinnanteil auf 40 Prozent steigen. Die Umsätze der Sparte sollen binnen zwei Jahren auf mehr als zwei Milliarden Euro von zuletzt 1,3 Milliarden Euro ausgebaut werden. Um Zukäufe und Investitionen zu finanzieren, will Südzucker im Juni eine Anleihe über rund 500 Millionen Euro begeben.

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