Spezialmaschinenbau
Gea trennt sich vom Anlagenbau

Der Bochumer Maschinen- und Anlagenbauer Gea trennt sich von seinem verlustreichen Bereich Großanlagen und konzentriert sich auf den Spezialmaschinenbau. Für das Gesamtjahr plant Gea-Chef Oleas ein Umsatzplus von über zehn Prozent und die Steigerung des Betriebsergebnisses um 20 Prozent.

gil DÜSSELDORF. „Gea ist für den Großanlagenbau nicht der optimale Eigner“, sagte Gea-Chef Jürg Oleas am Donnerstag bei der Präsentation der Halbjahreszahlen. Deshalb soll der Bereich bis Jahresende verkauft werden. Interessenten hätten sich bereits gemeldet. Vom Großanlagenbau behält Gea nur den Bereich Lurgi Bischoff mit knapp 70 Mill. Euro Umsatz und 100 Beschäftigten. Dieser Bereich erziele mit vielen Aufträgen mit Gasreinigungsanlagen für Kraftwerke eine hohe Rendite.

Der stark zyklische Anlagenbau um die Konzern-Firmen Lurgi, Lentjes und Zimmer mit einem Umsatz von rund einer Mrd. Euro und 2 000 Beschäftigten hatte häufig rote Zahlen ausgewiesen, allerdings zuletzt von hohen Aufträgen aus dem Kraftwerksbau und der Petrochemie profitiert. Im zweiten Quartal sorgte der Faseranlagen-Hersteller Zimmer wegen fehlender Aufträge für Verluste. Es werden 100 von 250 Stellen gestrichen und der Firmenwert voll abgeschrieben. Dies bedeutet einmalige Aufwendungen von 70,7 Mill. Euro.

Wegen der hohen Sanierungskosten für Zimmer ist der Gea-Konzern im zweiten Quartal in die roten Zahlen gerutscht. Nach Steuern weist der Konzern einen Verlust von 14,6 Mill. Euro aus gegenüber einem Gewinn von 18 Mill. Euro vor einem Jahr. Operativ habe der Konzern sein profitables Wachstum ausgebaut, betonte Oleas. Der Umsatz stieg im zweiten Quartal um 19 Prozent auf 1,3 Mrd. Euro, der Auftragseingang erhöhte sich um 27 Prozent auf 1,4 Mrd. Euro, und das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen stieg um 47 Prozent auf 56 Mill. Euro.

Für das Gesamtjahr plant Gea-Chef Oleas ein Umsatzplus von über zehn Prozent und die Steigerung des Betriebsergebnisses um 20 Prozent.

Die im M-Dax notierte Gea-Aktie fiel leicht um gut ein Prozent. Analyst Erhard Schmitt von Helaba Trust fand das operative Ergebnis besser als erwartet, dafür die Wertberichtigungen für Zimmer aber auch höher als zuvor angenommen. Er rechnet für 2006 weiter mit einer von zehn auf 15 Cent erhöhten Dividende.

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