Spezialmaschinenbauer
Singulus verprellt erneut die Anleger

Der Spezialmaschinenbauer Singulus Technologies hat die Investoren mit einer neuerlichen Gewinnwarnung vor den Kopf gestoßen. Wegen schleppender Geschäfte hat das Unternehmen die Hoffnung auf schwarze Zahlen aufgegeben.
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MünchenDie Solarkrise und das schleppende Geschäft mit Blu-ray-Kopierstraßen sorgten dafür, dass Singulus den letzten Rest Hoffnung für das laufende Jahr fahren ließ. Der Umsatz werde auf 100 bis 115 Millionen Euro von 160 Millionen Euro zurückgehen, teilte das fränkische Unternehmen in der Nacht zum Freitag mit. Auch den Traum von schwarzen Zahlen gibt Singulus auf. Durch Sanierungslasten und Abschreibungen werde der Verlust im laufenden Jahr zwischen 54 und 56 Millionen Euro liegen.

An der Börse fiel die Reaktion eindeutig aus: Die Singulus-Aktien gaben am Freitag um zehn Prozent nach. Unter den Anlegern wurden böse Erinnerungen an Zeiten wach, in denen bei den Franken eine Gewinnwarnung die nächste jagte und über Jahre rote Zahlen zu Buche standen. Im vergangenen Jahr hatte Singulus nach turbulenten Zeiten erstmals seit 2007 wieder schwarze Zahlen erreicht - und wollte ursprünglich auch 2012 einen Gewinn schaffen. Vorstandschef Stefan Rinck vertröstete die Investoren nun: Der Vorstand sehe gute Chancen, nächstes Jahr in den drei Segmenten Optical Disk, Halbleiter und Solar die Gewinnschwelle zu erreichen.

Der Anlagenbauer will als Reaktion auf die Absatzflaute einen Teil seines Solargeschäfts eindampfen und auch im Segment der Produktionsmaschinen von optischen Speichermedien wie DVDs Einschnitte vornehmen. Im Werk Fürstenfeldbruck fielen fast die Hälfte der Stellen weg. In den ersten neun Monaten hat Singulus nach eigenen Angaben auch ohne die Sonderlasten durch die Sanierung rote Zahlen geschrieben.

Bei einem Umsatzrückgang um ein Drittel auf 83,5 Millionen Euro sei ein Fehlbetrag von fast elf Millionen Euro stehengeblieben. Experten werteten den Trend als schlechtes Zeichen. „Der Bericht unterstreicht, in welch schwieriger Situation das Unternehmen steckt“, urteilte Analyst Dirk Schlamp von der DZ Bank.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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